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Rund 20'000 Personen marschieren im Aargau gegen Atomkraftwerke auf

An der grössten Anti-AKW-Kundgebung seit 25 Jahren haben nach Angaben der Organisatoren rund 20'000 Personen am Sonntag im Kanton Aargau gegen die Atomenergie demonstriert. Der vom Netzwerk "Menschenstrom gegen Atom" organisierte Protestmarsch verlief friedlich.

Laut der Aagauer Kantonspolizei gab es keinerlei Zwischenfälle. Sie sprach in einer Mitteilung am Abend von über 15'000 Demonstrierenden. Zur Kundgebung hatte ein Netzwerk von knapp 150 linken und ökologischen Parteien und Organisationen aufgerufen.

Der Aufmarsch sei "grossartig", sagte Leo Scherer, vom Organisationskomitee. "Das ist wirklich mehr als wir erwartet haben." Die 20'000 Personen seien jedoch "nur die Spitze des Eisberges".

Sie zeigten, dass ein breiter Teil der Bevölkerung keine AKW mehr wolle, sagte Scherer gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Die Schlusskundgebung bei strahlendem Sonnenschein auf einem grossen Feld in Kleindöttingen AG erinnerte an ein Volksfest.

Jung und Alt an Protestmarsch

Unter den Teilnehmenden am Protestmarsch befanden sich viele junge Menschen und Familien, aber auch ältere AKW-Gegner. Sie waren am Morgen in Sonderzügen und -bussen aus der ganzen Schweiz und dem benachbarten Ausland zum AKW Beznau gereist.

Die Demonstranten forderten in einem Brief an den Bundesrat den Ausstieg aus der Atomenergie. In der Schweiz dürften keine neuen AKW gebaut werden. Stattdessen sollten erneuerbare Energien gefördert werden. Die älteren AKW Mühleberg BE und Beznau AG müssten vom Netz genommen werden.

Politiker und Kulturschaffende auf Bühne

Fukushima sei und werde noch für Jahrzehnte eine "menschliche Tragödie sondergleichen" bleiben, sagte Cédric Wermuth, Vizepräsident der SP Schweiz. Deshalb sei es wichtig, dass heute die politischen Konsequenzen aus "einem der grössten Skandale der Menschheitsgeschichte" gezogen würden.

Nationalrat Geri Müller (Grüne/AG) bezeichnete die Beznauer Atomreaktoren als "Schrottkraftwerke". Unter den Rednern waren auch Veteranen der Anti-AKW-Bewegung wie der Kabarettist Franz Hohler.

Er zeigte sich "berührt" wegen des grossen Aufmarsches, wie er der Nachrichtenagentur SDA sagte. "Ich hoffe, dass es nicht zu rasch wieder verfliegt." Auch der Liedermacher Aernschd Born griff gegen AKW in die Saiten - wie früher beim Protest gegen Kaiseraugst.

Polizei lobt Organisatoren

Der Kommandant der Aargauer Kantonspolizei, Stephan Reinhardt, zog eine positive erste Bilanz. Die Kundgebung sei absolut friedlich verlaufen. Reinhardt lobte die Organisatoren. Die Polizei stand mit einem Grossaufgebot im Einsatz.

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