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Moskau/London - Der russische Milliardär Viktor Vekselberg ist Medien zufolge Opfer einer dreisten Kunstfälschung geworden. Der Ölmagnat verklagt das britische Auktionshaus Christie's vor dem Höchsten Gerichtshof in London auf Rückgabe von 2,9 Millionen Dollar.
Soviel hatte der 53-Jährige für ein mutmassliches Gemälde des russischen Künstlers Boris Kustodijew (1878-1927) bezahlt. Das berichteten Medien in Moskau und London am Montag. Der Kunstfreund Vekselberg hatte das Ölbild "Odaliske" (etwa: Liebesdienerin) im November 2005 zum Rekordpreis, der sieben Mal so hoch wie der Schätzwert war, über seinen Kunstfonds Aurora ersteigern lassen.
Das mit einer Kustodijew-Signatur versehene und mit 1919 datierte Gemälde hatten russische Kunstexperten für eine Fälschung befunden und im vergangenen Jahr in einem Katalog für Plagiate veröffentlicht.
Die Moskauer Zeitung "Kommersant" berichtete, dass Christie's Kustodijew nicht zur "Risikogruppe" der bei Fälschern besonders beliebten Künstler gezählt habe. Ausserdem sei das kleine Bild bereits 1989 einmal von Christie's verkauft worden.
Das Werk, das von einem unbekannten Maler stammen soll, werde nun erneut in London begutachtet, berichtete die Zeitung "Daily Telegraph". Dass die Fälschung erst jetzt öffentlich wurde, hängt dem "Kommersant" zufolge mit dem Gerichtsprozess zusammen.
Überraschend sei auch, dass Vekselberg als einer der reichsten Russen nicht nur im staatlichen Auftrag und aus "Patriotismus" russische Kunst zurückkaufe. Vielmehr habe er als Geschäftsmann selbst Interesse an Investitionen in russische Antiquitäten.
Vekselberg hatte 2004 für rund 80 Millionen Euro neun Fabergé-Eier in seine Heimat zurückgeholt. Russland hatte die Heimkehr der einst im Auftrag der Zaren vom Goldschmied Carl Fabergé gefertigten Kunstwerke aus Juwelen sowie weitere 180 Kreationen als Sensation gefeiert.

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SDA-ATS