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Nach der Veröffentlichung des Garcia-Berichts fühlen sich die lange kritisierten WM-Gastgeber in Russland und Katar bestätigt.

Mit einer demonstrativen Unschuldsbeteuerung und einem Seitenhieb auf westliche Medien reagierten Russlands WM-Organisatoren auf die Ergebnisse des am Dienstag von der FIFA überraschend publik gemachten Berichts."Wir haben nichts getan, was gegen den Ethikcode oder die allgemeinen Normen und Grundsätze der Bewerbungsregeln verstossen hat", sagte Vize-Ministerpräsident und Russlands Verbandspräsident Witali Mutko auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Auch Katar sieht seine Glaubwürdigkeit wieder hergestellt. "Wir glauben, dass das Ausmass unserer Kooperation bei der Untersuchung und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen eine Rechtfertigung der Integrität unserer Bewerbung sind", zitiert die englische BBC das Organisationskomitee in Katar. In dem Untersuchungsbericht von FIFA-Chefermittler Michael Garcia aus dem Jahr 2014 wurden zwar diverse Geldflüsse in Millionenhöhe aus Katar oder über Mittelsmänner an Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees notiert, diese konnten aber nicht den WM-Machern zugeordnet werden.

Keine gravierenden Verstösse ordnete Garcia den Russen im umstrittenen Vergabeprozess zu. Notiert wurden von Garcia Geschenke und Annehmlichkeiten wie Kreml- und Ballettbesuche für FIFA-Wahlmänner und deren Familien. Diese seien aber nicht per se durch den FIFA-Verhaltenskodex verboten gewesen. Allerdings: Die Computer des russischen Bewerbungskomitees waren zum Zeitpunkt der Untersuchung zerstört. Welche Unterlagen fehlen, konnten die FIFA-Ermittler nicht mehr rekonstruieren.

Ex-Ethikchefs kritisieren FIFA-Vorgehen

Gemäss den ehemaligen FIFA-Ethikchefs Hans-Joachim Eckert und Cornel Borbély ist die Veröffentlichung des Garcia-Berichts nicht mit den FIFA-Regeln vereinbar.

"Zum einen verpflichtet Artikel 36 des FIFA Ethik-Kodex die Mitglieder der Ethikkommission zur Verschwiegenheit und untersagt die Veröffentlichung von Informationen, die im Laufe eines Verfahrens verwendet werden könnten. Zum anderen sind die Persönlichkeitsrechte der Beteiligten zu schützen. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund relevant, dass der Bericht lediglich ein Arbeitsdokument darstellt. Diese Position wurde durch einschlägige Rechtsgutachten bestätigt", teilten die beiden Juristen, die im Mai an der Spitze der FIFA-Ethikkommission abgelöst worden waren, in einem Statement auf Anfrage der dpa mit.

Weiter erinnerten Eckert und der Zürcher Anwalt Borbély an einen Beschluss des damaligen FIFA-Exekutivkomitees aus dem Jahr 2014, wonach nur Eckert über eine Veröffentlichung befinden könne, "sobald alle Verfahren, inklusive möglicher Rekurse vor dem Sportgerichtshof CAS, beendet sind."

Am Dienstag hatte der Fussball-Weltverband mitgeteilt: "Im Sinne der Transparenz begrüsst die FIFA die Neuigkeit, dass dieser Bericht nun endlich veröffentlicht wurde." Den Entscheid habe die neue Spitze der Ethikkommission gefällt.

SDA-ATS