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Jahrelang hat sie gelitten, nun will Sanna Lüdi der Negativspirale entrinnen. Kaum eine andere Skicross-Olympiateilnehmerin hatte seit 2014 mehr physisch bedingte Unannehmlichkeiten auszuhalten.

Lüdi mag den schrillen Auftritt. Immer nur ans Drehbuch hält sich die illustre Crosserin nicht. "1000 Ideen" hat sie gemäss Eigenbeschrieb im Kopf. Fünf Sprachen spricht sie - Finnisch inklusive. Das Hochseebrevet ist ein Ziel. Lüdi will sich nicht fixieren. Nur etwas steht ausser Frage: "Wenn ich auf den Ski stehen kann, bin ich glücklich."

Ihr Spruch ist keine Plattitüde. Jahrelang hat sie sich sehnsüchtig um diesen Glücksmoment bemüht - vergeblich: Knieschäden, diverse Frakturen, Bänderrisse, Schulterprobleme und eine rätselhafte Viruserkrankung legten die Nummer 2 hinter Teamleaderin Fanny Smith lahm, bis ihr Swiss-Ski im Dezember 2016 eine unfreiwillige Saisonpause auferlegte.

Bokwang, Februar 2016. Lüdi kommt bei der Kursbesichtigung zu Fall, am Tag danach dann die niederschmetternde Diagnose: zweiter Kreuzbandriss im linken Knie innerhalb von 13 Monaten. Bokwang, Februar 2018. Lüdi will nichts von einem vorbelasteten Verhältnis zur Olympia-Strecke wissen: "Ich war damals absolut selber schuld, mit dem Hang hatte das nichts zu tun."

Der Zyklus seit Sotschi war für sie generell schmerzhaft verlaufen. Bis zum Comeback in diesem Winter kam Lüdi im Weltcup in 34 Monaten auf lediglich drei Rennklassierungen. Eine Reha-Phase folgte dem nächsten Termin beim Arzt. Die Bernerin verbrachte rund 90 Prozent ihrer Zeit abseits der Pisten.

Vorübergehend flüchtete die Athletin gar nach Florida. "Sonst wäre mir irgendwann die Decke auf den Kopf gefallen", sagt sie wenige Tage nach ihrem 32. Geburtstag. Lüdi sitzt entspannt in einer Lounge in Südkorea und sinniert im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda: "Für mich ist es eine Belohnung, hier zu sein."

Die dritten Spiele sind für die Schwerarbeiterin angesichts ihrer Vorgeschichte ein Bonus - oder "einfach nur schön". Sie hat sich daran gewöhnt, mit Schmerzen und körperlichen Rückschlägen umzugehen. "Ein normales Knie gibt es nie mehr, damit habe ich mich abgefunden." Entscheidend sei die mentale Komponente. Als ehemalige Moskito-Spielerin des SC Langenthal hat sie früh gelernt, Schläge einzustecken.

Ihre Laufbahn wird Lüdi unabhängig vom Ergebnis in Südkorea mit Sicherheit fortsetzen. "Aufzuhören ist keine Option. Ich habe unheimlich viel investiert in den letzten Jahren." Sie hofft weiterhin auf einen Exploit, auf einen Effort im Kernbereich, auf eine Entschädigung für die Strapazen im Kraftraum und in der Physiotherapie.

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SDA-ATS