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Berlin - Nach der heftigen Kritik an seinen Äusserungen über Migranten tritt Thilo Sarrazin von seinem Vorstandsposten bei der Deutschen Bundesbank zurück. "Mit Blick auf die öffentliche Diskussion werden die Beteiligten ihre Zusammenarbeit zum Monatsende einvernehmlich beenden", teilte die Bundesbank am Donnerstagabend mit.
Sarrazin habe Bundespräsident Christian Wulff um eine Auflösung seines Vertrags gebeten. Ein Sprecher Wulffs sagte, dass der Bundespräsident dem Antrag Sarrazins entsprechen werde und die einvernehmliche Lösung mit der Bundesbank begrüsse.
Den Antrag auf eine vorzeitige Entlassung Sarrazins zog die Bundesbank zurück. Dem Bundespräsidenten bleibt somit eine heikle Entscheidung erspart. Juristen hatten bezweifelt, ob die Abberufung im Falle einer Klage Sarrazins eine gerichtliche Prüfung standhalten würde.
Der Bankvorstand dankte Sarrazin in der Mitteilung "für die von ihm als Mitglied des Vorstands geleistete Arbeit". Beide Seiten würden sich in dieser Angelegenheit nicht mehr äussern, hiess es weiter.
Im politischen Abseits
Sarrazin hat sich mit seinem Buch "Deutschland schafft sich ab" und vorbereitenden Interviews immer mehr ins politische Abseits manövriert. Der 65 Jahre alte SPD-Politiker unterstellt Migranten, insbesondere Muslimen, mangelnde Integrationsfähigkeit.
Er verbreitet unter anderem die These, "muslimische Migranten" würden wegen höherer Geburtenraten auf Dauer Staat und Gesellschaft in Deutschland übernehmen. Sarrazin hatte in der hitzigen Debatte über sein Buch zudem davon gesprochen, alle Juden teilten ein bestimmtes Gen.
In Umfragen hatte der strittige Banker viel Zustimmung, aus politischen Parteien aber überwiegend kräftigen Gegenwind erhalten. So hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel Sarrazin scharf kritisiert und der Bundesbank die Abberufung nahegelegt. Die Bundesbank müsse bedenken, dass auch sie ein Aushängeschild Deutschlands sei, sagte sie.
Diskussion geht weiter
In der SPD steht Sarrazin vor einem Rauswurf. Die Diskussion darüber ging am Donnerstag weiter. Der Vorsitzende der Partei im Südwesten, Nils Schmid, sprach sich deutlich für einen Ausschluss aus.
Nach einer am Vortag veröffentlichten Umfrage fiel die SPD durch die parteiinterne Diskussion um Sarrazins Ausschluss in der Wählergunst mit 25 Prozent auf ihren schlechtesten Wert seit Mitte Mai.

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SDA-ATS