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Der saudiarabische Kronprinz Najef bin Abdulasis al-Saud ist in Genf gestorben. Das teilte das Königshaus in Riad am Samstag in einer Erklärung mit, die über den staatlichen Fernsehsender verlesen wurde.

Die Todesursache wurde nicht genannt. Najef litt schon seit längerem an nicht näher bekannten gesundheitlichen Problemen.

Er hatte sich in der Schweiz zur medizinischen Behandlung aufgehalten. Wie der Hof mitteilte, wird sein Begräbnis an diesem Sonntag nach dem Abendgebet in der Grossen Moschee von Mekka stattfinden.

Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf sprach der saudiarabischen Regierung und Bevölkerung im Namen der Schweiz und des Bundesrates ihr "tief empfundenes Beileid" aus. Die Behörden beider Staaten arbeiteten eng zusammen, um die nötigen Schritte zur Repatriierung des Verstorbenen in seine Heimat in die Wege zu leiten, heisst es in der Mitteilung des Eidgenössischen Finanzdepartements.

Der fast 80-jährige Prinz Najef war im Oktober zum Thronfolger ernannt worden, nachdem sein älterer Bruder Prinz Sultan gestorben war. Najef war seit 1975 Innenminister des Landes. Der Halbbruder des fast 90-jährigen Königs Abdullah galt selbst nach saudiarabischen Massstäben als sehr konservativ und unterhielt enge Beziehungen zu den mächtigen Geistlichen des Landes.

Frauenrechtlerinnen, Angehörige der schiitischen Minderheit und die liberalen Kräfte in Saudi-Arabien hatten die Ernennung Najefs damals enttäuscht aufgenommen. Sie befürchteten, dass er als König Reformen verhindern und dem sunnitischen Klerus noch mehr Macht einräumen würde.

Thronfolge ist offen

König Abdullah muss nun zum zweiten Mal innerhalb von neun Monaten einen Kronprinzen ernennen. Als Favorit gilt der 76-jährige Verteidigungsminister Prinz Salman.

Während in Europas Königshäusern üblicherweise der älteste Sohn Thronfolger ist, wird der Herrscher in Saudi-Arabien unter allen Söhnen des 1953 verstorbenen Landesgründers Ibn Saud ausgewählt. Bislang waren fünf Brüder König des Landes, rund 20 weitere sind noch am Leben. Davon gelten allerdings nur wenige als realistische Kandidaten für eine Thronfolge.

SDA-ATS