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Die SBB erwägt ein Rauchverbot in allen Schweizer Bahnhöfen. (Archiv)

KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA BELLA

(sda-ats)

Die SBB erwägt ein Rauchverbot in sämtlichen Schweizer Bahnhöfen ab Ende 2018. Bis zum definitiven Entscheid der Konzernleitung Mitte des nächsten Jahres sollen die rauchfreien Zonen an fünf bis sechs verschiedenen Standorten getestet werden.

Dies geht aus einem Papier hervor, aus welchem das Onlineportal der "Neuen Zürcher Zeitung" am Mittwochabend zitiert hat. Das Dokument liegt der Nachrichtenagentur sda vor.

Unter dem Titel "Rauchfreier Bahnhof. Pilot." stellt Christian Fricker, SBB-Fachspezialist im Gebiet Bahnhofmanagement, die Ziele der Bundesbahnen vor. Demnach soll die SBB mit dem Fahrplanwechsel 2018 die Nichtraucherregelung an den Bahnhöfen einführen.

Zuvor wird ein Pilotprojekt aufgegleist, mit welchem verschiedene Optionen getestet werden. Damit will die SBB auch zu "einer öffentlichen Diskussion über die Nichtraucherregelung an den Bahnhöfen" anregen. Weiter soll der Verschmutzungsgrad durch Zigarettenstummeln in den typischen Raucherbereichen gemessen werden.

Drei verschiedene Stufen

Konkret sieht das so aus: In einer Testphase von zwölf Monaten sollen drei verschiedene Nichtraucher-Regelungen ausprobiert werden: ein komplett rauchfreier Bahnhof (Basel SBB, Nyon VD und Zürich Stadelhofen); Raucherzonen auf den Perrons (Bellinzona) sowie Raucherlounges in Zusammenarbeit mit Swiss Cigarette (Neuenburg).

Dazu werden Kunden befragt, Presseberichte ausgewertet und Leserkommentare analysiert. Auch der Austausch mit verschiedenen Organisationen ist geplant. Über das Pilotprojekt soll an den verschiedenen Bahnhöfen "intensiv und fokussiert" kommuniziert werden.

Entscheid noch nicht definitiv

SBB-Sprecherin Franziska Frey bestätigte auf Anfrage der sda die Pläne der SBB, "im Verlauf des Jahres 2018 an fünf bis sechs Standorten einen Praxistest mit erweiterten rauchfreien Bereichen durchzuführen". Entscheide über die genauen Standorte wie auch über die genaue Umsetzung des Versuchs seien aber noch nicht gefallen.

"Ebenso wurde kein Entscheid gefällt, die Bahnhöfe der SBB generell rauchfrei umzugestalten." Klar sei nur, dass die Bundesbahnen regelmässig prüften, wie die Aufenthaltsqualität an Bahnhöfen erhöht werden könne. Dazu gehöre auch die Frage des Rauchens und auch die Frage der Reinigung der Bahnhöfe durch weggeworfene Zigarettenstummel.

Dass die SBB über eine Anpassung der Raucherregelung diskutiert, machte das Unternehmen in einem Blogbeitrag vom März 2017 öffentlich. Markus Streckeisen, Leiter Bewirtschaftung bei SBB Immobilien, schrieb in diesem Beitrag: "Und darüber, ob die bestehende Raucherregelung noch zeitgemäss ist, werden wir sicher auch noch intensiv diskutieren."

Ausland als Vorbild

Die Raucherregelung an den Bahnhöfen ist laut der SBB ein konstantes Thema bei den Kundenanfragen. Der Schutz vor Passivrauchen sei für die SBB ein wichtiges Thema, heisst es im Papier weiter.

Mit dem Fahrplanwechsel Dezember 2005 wurde ein Rauchverbot in den Zügen umgesetzt. Im europäischen Vergleich sind die Raucherregelungen an den SBB-Bahnhöfen sehr liberal. In den vergangenen Jahren habe der Druck aber zugenommen, schreibt die SBB.

Beispielsweise in Frankreich, Italien, Österreich, den Niederlanden, Belgien, Spanien herrscht ein komplettes Rauchverbot auf Bahnhöfen. In Deutschland und Norwegen darf nur in markierten Raucherzonen auf den Perrons geraucht werden.

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SDA-ATS