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Während mittlerweile 70 Prozent der Fernverkehrszüge dank Signalverstärker guten Internet- und Telefonempfang haben, ist der mobile Empfang im Regionalverkehr nur in stark reduzierter Qualität möglich, wie Messfahrten gezeigt haben. Jetzt will die SBB aufrüsten. Knackpunkt sind die Kosten.

"Bis im Jahr 2020 soll die gesamte Regionalverkehrsflotte umgerüstet werden", sagte SBB-Chef Andreas Meyer am Mittwoch vor den Medien in Bern. Voraussetzung dafür ist allerdings eine Einigung mit den Mobilfunkanbietern und den Kantonen als Besteller über die Gesamtfinanzierung.

Denn die geschätzten Umrüstungskosten von 66 Millionen Franken will die SBB nicht alleine übernehmen. "Wir sind mit Bund, Kantonen und Providern im Gespräch", sagte Meyer. Eine Mitfinanzierung durch das Bundesamt für Verkehr (BAV) setzt laut SBB-Mitteilung aber "die grossmehrheitliche Übernahme der Kosten durch die Mobilfunkprovider voraus."

Meyer hofft auf einen Durchbruch in den Verhandlungen mit den Mobilfunkanbietern noch vor Weihnachten. So könnten die Fahrzeuge, die 2014 in Revision gehen, bereits umgerüstet werden. Um die Mobilfunkverbindung zu verbessern, sollen Signalverstärker in die Regionalzüge eingebaut werden.

Bis Ende 2014 guter Empfang in allen Fernverkehrszügen

Schneller vorwärts geht es bei den Fernverkehrszügen. Hier soll wie bereits früher angekündigt bis Ende 2014 in allen Zügen ein guter Empfang möglich sein. Dafür wird das Angebot in 75 Erstklasswagen mit Bezahl-WLAN von Swisscom abgeschafft. "Die Verbindung über Mobilfunk ist besser, das WLAN-Angebot wurde kaum gebraucht", sagte Peter Kummer, Leiter der SBB-Informatik.

Der kostenlose Internetzugang an Bahnhöfen wird wie geplant ausgebaut. Nach einem Pilotprojekt in den Bahnhöfen Bern Wankdorf, Burgdorf BE und Wetzikon ZH wird das Angebot bis Ende Jahr auf 13 kleinere Bahnhöfe ausgeweitet. Bis Ende 2015 sollen Bahnkunden an den 100 meistfrequentierten Bahnhöfen gratis im Internet surfen können.

Für das Gratis-Internet an Bahnhöfen gibt die SBB laut Kummer "einen tiefen zweistelligen Millionenbetrag aus". Über die Kosten für die Aufrüstung der Fernverkehrszüge mit Signalverstärkern zwecks besserer Mobilfunkverbindung schweigt sich die SBB aus. "Die Provider und die SBB teilen sich die Kosten", so Kummer.

SDA-ATS