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BLS Cargo verliert den grössten Kunden beim Gütertransport auf der Gotthardstrecke. Das deutsche Transportunternehmen DB Schenker Rail wechselt per 2014 zur SBB. Bei der BLS gehen dadurch bis zu 80 Stellen verloren.

Derzeit lässt BLS Cargo jährlich etwa 6000 Güterzüge über die Gotthardstrecke rollen - gut 5000 davon für die DB Schenker Rail. Diese fallen ab 2014 weg, denn die Preisverhandlungen sind vor Wochenfrist endgültig gescheitert, wie BLS-Cargo-Chef Dirk Stahl am Dienstag vor den Medien in Bern sagte.

SBB rechnet mit Gewinn

BLS Cargo schrieb letztes Jahr einen Verlust von 1,85 Millionen Franken. Das Unternehmen hat laut Stahl aus Wirtschaftlichkeitsgründen darauf verzichtet, eine nicht kostendeckende Offerte abzugeben. DB Schenker Rail habe dann mitgeteilt, ein anderer Anbieter springe in die Bresche.

Dabei handelt es sich um SBB Cargo, wie ebenfalls am Dienstag bekannt wurde. Diese konnte offensichtlich ein besseres Angebot machen. Anders als die BLS Cargo rechnet die SBB-Tochter auch damit, Gewinn aus dem Auftrag schlagen zu können, wie SBB-Sprecher Christian Ginsig auf Anfrage sagte. Details zum Deal wollte er allerdings keine bekannt geben.

Bei BLS Cargo fragt man sich darum, wie das SBB-Angebot zustande gekommen ist. Laut BLS-Chef Bernard Guillelmon gibt es zwei grosse Kostenblöcke: Die Trassenpreise, die für alle gleich sind, und die Lohnkosten für das Personal, bei welchen ebenfalls wenig Spielraum besteht.

Zu viel Personal im Tessin

Die Antwort liefert die Mitteilung der SBB, dass "bestehende Ressourcen" optimal ausgelastet werden könnten. "Wir haben einen Überbestand an Lokpersonal im Tessin", sagte Ginsig. Dieses Personal könne nun besser ausgelastet werden.

Trotzdem müssen zusätzliche Lokführer angestellt werden, um mehrere Tausend Züge pro Jahr abwickeln zu können. Wann immer möglich, werde Personal der BLS Cargo bei Stellenbesetzungen berücksichtigt, sagte Ginsig. Dort fallen mit dem Schenker-Auftrag nämlich bis zu 80 Arbeitsplätze weg.

Wie viele Angestellte entlassen werden, ist noch nicht klar. Betroffen sind in erster Linie Lokführerstellen an den Standorten Erstfeld und Bellinzona/Chiasso, in geringerem Mass auch in Basel. Dazu kommen Servicestellen in Chiasso und Arbeitsplätze am Geschäftssitz in Bern.

Ungewiss ist auch noch, wie viele der Entlassenen dereinst zur SBB wechseln können. Dort steht nämlich noch nicht fest, in welchem Umfang neue Stellen geschaffen werden. Das Bahnunternehmen will darüber nach Abschluss der Planungsphase in einigen Wochen informieren.

BLS Cargo hofft auf schwarze Zahlen

Der Verlust am Gotthard sei "schmerzlich", sagte BLS-Cargo-Chef Stahl. Er hofft aber, mit dem Unternehmen schon 2013 wieder in die schwarzen Zahlen zurückzukehren: Durch den Verlust des Schenker-Auftrags büsst BLS Cargo zwar Transportvolumen ein, kann unter Umständen aber die Rentabilität verbessern.

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) macht den Konkurrenzkampf im Güterverkehr und den anhaltenden Preisdruck für die Situation verantwortlich. Sie verlangt, dass das entlassene Personal zu mindestens gleichwertigen Bedingungen von der SBB übernommen wird. Auf keinen Fall dürfe ausländisches Bahnpersonal zu den Löhnen des Herkunftslandes den Güterverkehr über den Gotthard fahren, heisst es in einer Mitteilung.

Die BLS Cargo AG besteht seit zwölf Jahren. Zu 52 Prozent gehört sie der BLS, pikanterweise hält aber auch der Schweizer Ableger der DB Schenker 45 Prozent des Aktienkapitals.

Darüber, wie es mit der Partnerschaft nach dem Wechsel von Schenker zur SBB weitergeht, wollen beide Seiten "ergebnisoffen" diskutieren, wie BLS-Chef Guillelmon erklärte. Schenker äusserte sich in einer Mitteilung nicht zu der Frage.

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SDA-ATS