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Die Transportpolizei der SBB zieht sich aus den Extrazügen zurück, mit denen Fussballfans transportiert werden. Um Geld zu sparen, überlassen die SBB diese Aufgabe zusehends den Fanbetreuern der Clubs. (Archiv)

KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

(sda-ats)

Die Transportpolizei der SBB (TPO) begleitet kaum mehr Extrazüge für Fussballfans. Die SBB übertragen die Verantwortung für die Fanzüge zusehends den Fanbetreuern der Vereine und senken damit nach eigenen Angaben den Personalaufwand in diesem Bereich.

Die SBB streben entsprechende Vereinbarungen mit den Fussballclubs an, mit der Liga und dem Schweizerischen Fussballverband sowie mit den Fanorganisationen. Auf diese Weise können die bundesnahen Betriebe den Transport von Fussballfans mit geringstmöglichem Personalaufwand bewerkstelligen und die Kosten für den Steuerzahler reduzieren, sagt SBB-Sprecherin Corinne de Puckler gegenüber Keystone-SDA. Sie bestätigt damit einen Artikel in der Samstagsausgabe verschiedener Tamedia-Titel.

Demnach sprechen vor allem finanzielle Gründe für den Entscheid der SBB. Die jährlichen Schäden liegen bei rund 150'000 Franken, und die gesamten ungedeckten Kosten summieren sich für das Bahnunternehmen auf rund 3 Millionen Franken, wie de Puckler ausführt.

Der Rückzug aus den Fanzügen ist nahezu abgeschlossen: Nur noch der FC Zürich und der FC St. Gallen lassen ihre Fans in den Extrazügen von der TPO begleiten. Bei allen anderen Vereinen begleiten die Fanbetreuer die Fans in den Zügen - eine Lösung, die die Vereine zu begrüssen scheinen.

Zumindest seitens der SBB heisst es, die Lösung mit den Fanbetreuern erbringe gute Resultate. Zudem könnten die personellen Ressourcen besser genutzt werden, indem die TPO die Sicherheit auf den Bahnhöfen gewährleiste, insbesondere bei Abfahrt und Ankunft der Extrazüge.

Wiederholt Zwischenfälle

Trotzdem kommt es immer wieder zu Zwischenfällen: So verwüsteten Fussballfans Mitte Mai einen Zug in Lausanne am Rande eines Fussballspiels zwischen Lausanne und Thun.

Anfang Mai attackierten Fans der Zürcher Grasshoppers auf der Rückfahrt von einem Auswärtsspiel in Lausanne das Zugpersonal und Mitglieder der TPO; diese brachten sich im letzten Waggon in Sicherheit, zogen die Notbremse und flüchteten aus dem Zug. Ein Dutzend Fussballfans hatten zwei Kondukteure beleidigt und durch mehrere Waggons gehetzt. Bereits in Lausanne hatten die Fans Flaschen, Bierdosen und sogar Sitze aus dem Zug auf den Bahnsteig geworfen.

Laut der Statistik über Hooliganismus-Vorfälle, die die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren erstellt, gab es 2012 um Fanzüge 25 Vorfälle; fünf Jahre später waren es bereits 48.

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