Forschende der Empa haben einen Schaumstoff entwickelt, der die Wundheilung fördern und Narbenbildung vermindern soll. Eine wichtige Zutat ist dabei Kurkuma.

Die Fähigkeiten des Körpers zur Selbstheilung sind erstaunlich. Es braucht jedoch ein perfekt abgestimmtes Zusammenspiel einer Vielzahl von Faktoren und Prozessen im Körper, um eine Wunde zu schliessen. Ist diese Kaskade beeinträchtigt, heilen Wunden schlecht oder es bleiben Narben zurück, die die Beweglichkeit einschränken. Ein Team der Forschungsanstalt Empa hat einen Schaumstoff entwickelt, der dereinst den Heilungsprozess unterstützen soll.

Bisherige Behandlungen zielen auf einzelne Faktoren der Wundheilung ab, wie etwa Sauerstoffversorgung oder Feuchtigkeitsregulation, wie Markus Rottmar von der Empa gemäss einer Mitteilung derselben vom Donnerstag erklärte. Mit dem Projekt "Scaravoid" wollen Rottmar und sein Team den Heilungsprozess mit einem Spezialschaumstoff umfassender unterstützen.

Polymergerüst mit Curcumin

Der Schaumstoff basiert auf einem bereits für medizinische Anwendungen zugelassenen biologischen Polymer, das in einem Hochdruckreaktor aufgeschäumt wird. Der feinporige Schaum soll einwandernden Zellen ein Gerüst bieten, um sich anzusiedeln. Weil das Polymer biologisch abbaubar ist, können die Zellen das Gerüst nach ihren Bedürfnissen umgestalten und es nach und nach zersetzen, während sie zu neuem Gewebe zusammenwachsen.

Zusätzlich ist der Schaum mit einer entzündungshemmenden Substanz ausgestattet: Curcumin, dem Pulver aus der Kurkuma-Wurzel, das man sonst eher aus Currymischungen kennt. Das Curcumin wird vom Schaumstoffgerüst nach und nach abgegeben und hilft, bestimmte Faktoren der Narbenbildung herunter zu regulieren.

Noch ist der Schaumstoff ein Stück weit von der klinischen Anwendung entfernt. Sollte er sich bewähren, könnten Mediziner solche Schaumstoffmembranen passend zuschneiden und im Wundbett platzieren. Vor allem bei schweren Verletzungen nach Unfällen oder bei starken Verbrennungen könnten solche Membranen die Wundheilung verbessern, schrieb die Empa.

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