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Kämpfer der irakischen Bundespolizei kehren von der Frontlinie in Westmossul zurück: Ein Vorwärtskommen ist in den engen Strässchen der Altstadt schwierig, die Regierungstruppen beklagen schwere Verluste, die Schäden an den Gebäuden sind immens.

KEYSTONE/AP/FELIPE DANA

(sda-ats)

Die Schlacht um die von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) besetzte irakische Stadt Mossul geht in ihre letzte Phase. Am Mittwoch eroberten die irakischen Truppen die Eiserne Brücke, die den Osten Mossuls mit der Altstadt im Westen verbindet.

Einheiten von Polizei und Innenministerium hätten den Übergang über den Tigris eingenommen, teilte die Polizei mit. Damit sind nun drei der fünf Brücken unter Kontrolle der Regierungstruppen. Die IS-Miliz ist mittlerweile im Westen der Metropole eingekesselt und auch von Nachschub aus Syrien abgeschnitten.

Nächstes Ziel der irakischen Truppen ist die Eroberung der Grossen Moschee. Sie ist von besonderer symbolischer Bedeutung, denn dort hatte 2014 der IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi sein Kalifat ausgerufen, ein streng islamisches Reich in Irak und Syrien.

Über Twitter wurden am Mittwoch Fotos veröffentlicht, die Rauchschwaden in unmittelbarer Nähe der Moschee zeigen sollen. Heftige Kämpfe waren auch aus dem Museumsviertel zu hören. Dort explodierte eine Autobombe der IS-Kämpfer.

Am Dienstag hatten irakische Truppen beim Kampf um das Viertel Bab al-Tob den IS-Kommandanten der Altstadt, Abu Abdul Rahman al-Ansari, getötet. Viele der anderen IS-Anführer haben Mossul schon vor Tagen verlassen.

Häuserkampf

Während sich der Belagerungsring um die IS-Kämpfer immer enger zieht, nimmt die Intensität der Kämpfe zu. Die irakischen Truppen kämpfen sich in den engen Gassen von Haus zu Haus vor. In vielen Gebäuden gibt es Sprengfallen. Die Extremisten haben Heckenschützen platziert, detonieren Autobomben und beschiessen ihre Gegner mit Granatwerfern.

Der Häuserkampf kann nach Militärangaben noch Tage dauern. Da viele Zivilisten in den umkämpften Stadtvierteln sind, ist eine Bekämpfung der Extremisten mit Flugzeugen und Artillerie kaum möglich. Derzeit werden nach Angaben der Armee Einsätze aus der Luft auch durch schlechtes Wetter erschwert.

In Bagdad erklärte Ministerpräsident Haider al-Abadi am Dienstagabend, die IS-Kämpfer müssten kapitulieren oder sie würden getötet. Die Familienangehörigen der Extremisten würden als Zivilisten betrachtet und fair behandelt, sicherte er zu.

Fluchtwelle

Die Kämpfe um den Westteil der irakischen Stadt Mossul haben schon Tausende Menschen in die Flucht getrieben. Seit dem Beginn der Offensive der irakischen Regierungstruppen und ihrer Verbündeten im vergangenen Monat seien von dort 97'374 Menschen geflohen, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) mit.

Zum Beginn der Offensive vor knapp einem Monat waren in der Metropole rund 750'000 Menschen ansässig. Der IOM zufolge sind unter den seither geflüchteten Irakern fast 16'300 Familien, die nun ausserhalb von West-Mossul Schutz suchen.

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SDA-ATS