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Bundesrat Johann Schneider-Ammann (r) mit Scheich Assam Al-Chatib, Chef der Tempelberg-Aufsichtsstiftung Waqf, auf dem Tempelberg, flankiert von Sicherheitsleuten

KEYSTONE/ANTHONY ANEX

(sda-ats)

Bei der Nahostreise von Bundesrat Johann Schneider-Ammann ist es am Sonntag zu einem Zwischenfall gekommen. Der Schweizer Wirtschaftsminister wurde am Eingang zum Tempelberg von israelischen Polizisten vorübergehend aufgehalten.

Die Israelis verweigerten den bewaffneten Schweizer Personenschützern gegen 8 Uhr morgens den Eintritt, obwohl diese eine Erlaubnis der israelischen Behörden hatten, ihre Waffen zu tragen. Die Diskussionen zogen sich minutenlang hin, Verantwortliche kamen und gingen, wie ein anwesender Korrespondent der Nachrichtenagentur sda beobachten konnte.

Handygespräche wurden geführt - erfolglos: Der Zuständige des israelischen Geheimdienstes Schin Bet war nicht erreichbar. Schneider-Ammann und die über 40-köpfige Schweizer Delegation standen gut eine Viertelstunde vor dem Eingang zum Tempelberg nahe des Löwentors diskutierend herum.

Zunächst war es ein "No-Go" für die Schweizer Sicherheitsleute, ohne Waffen den Tempelberg zu betreten. Doch die Israelis blieben hart: Schliesslich wurde ein Kompromiss gefunden. Zwei Schweizer Personenschützer begleiteten unbewaffnet den Bundesrat, während die anderen mit den Waffen ihrer Kollegen vor dem Eingang warteten.

Bundesrat gelassen

Schneider-Ammann nahm den Vorfall gelassen: "Dieser Prozess hat mich nicht wirklich nervös gemacht", sagte er im Interview mit der Nachrichtenagentur sda. Es musste geklärt sein, wer wer ist, und wer die Kompetenzen in Sicherheitsfragen hat. Es war für mich eine klärende Absprache - nicht mehr und nicht weniger."

Dennoch: So etwas sei ihm noch nie passiert. "Wenn Sie aber in einem Land, das nicht die gleichen Werte lebt, ausreisen wollen, schaut man Sie auch etwas genauer an. Hier wurde halt genau hingeschaut, wer kommt mit wem und mit welcher Entourage. Wir haben einen Kompromiss gefunden. Es ist alles in Ordnung", sagte Schneider-Ammann.

"Die paar Minuten, die wir warten mussten, waren unerheblich", sagte der Bundesrat. Bei seinen Gesprächen sei das kein Thema. "Mit dem Kompromiss ist das erledigt."

Schneider-Ammann hatte nach dem Vorfall den Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee besucht, unter der Führung des Chefs der Tempelberg-Aufsichtsstiftung Waqf, Scheich Assam Al-Chatib. Dieser erklärte dem Bundesrat die Bedeutung des heiligen Ortes, von dem der Prophet Mohammed in den Himmel aufgefahren sein soll, und auf dem einst der jüdische Tempel gestanden hatte.

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SDA-ATS