Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Der EV Zug ist die Überraschung der bisherigen Playoffs. Nach drei Saisons zum Vergessen sind die Zentralschweizer dank neuem Personal endlich wieder playoff-tauglich geworden.

Die wichtigsten Zutaten zu einem erfolgreichen Playoff-Team: Härte, Kaltblütigkeit, Teamgeist, ein starker Goalie, Selbstvertrauen, Nerven wie Drahtseile. Bei jedem dieser Punkte kann der EV Zug derzeit ein Häklein machen. Das ist erstaunlich, denn vor dem Start in die entscheidende Phase dieser Saison hatte Zug letztmals vor vier Jahren eine Playoff-Serie gewonnen.

"Wir haben ein paar Sachen anders gemacht", erklärt Torhüter Tobias Stephan, der mit einer Fangquote von 95,61 Prozent der beste Schlussmann der bisherigen Playoffs ist. "Wir haben mehr Wasserverdrängung, spielen härter und sind konditionell extrem bereit." Kein Vergleich mit dem Team, das im letzten Frühling gegen Lugano sang- und klanglos in vier Partien unterging. Verantwortlich für diese neue Kultur sind einige "personelle Veränderungen".

Karriereende von Bouchard als Glücksfall

Für die Zuger erweist sich als Glücksfall, dass der letztjährige Qualifikations-Topskorer Pierre-Marc Bouchard trotz weiterlaufendem Vertrag seine Karriere beendete. In den Playoffs war dem Kanadier die Angst vor einer harten Attacke und einer weiteren Hirnerschütterung auf Schritt und Tritt anzusehen. So war er mehr Belastung als Leader. Gehen musste auch der schwedische Offensivverteidiger Daniel Sondell. Auch er hatte sich als nicht playoff-tauglich erwiesen.

Stattdessen kamen mit dem Kanadier David McIntyre und dem Schweden Carl Klingberg zwei neue, robustere Stürmer. Zug spielt heuer mit vier ausländischen Angreifern. Es kann sich dies leisten, weil mit NHL-Rückkehrer Raphael Diaz ein Einheimischer die Defensive lenkt, der qualitativ mit jedem Söldner auf Schweizer Eis mithalten kann. Der gebürtige Zuger orchestriert das Powerplay der Zentralschweizer magistral und strahlt eine enorme Ruhe und Souveränität aus. Fünf Zuger Tore gegen Davos fielen mit einem Mann mehr, dreimal lautete das Erfolgsrezept: Schuss Diaz von der blauen Linie, vor dem Tor lenkt Klingberg ab oder nimmt dem gegnerischen Goalie perfekt die Sicht.

"Die Special Teams haben heute entschieden", stellte Coach Harold Kreis am Donnerstagabend zufrieden fest. Einziger Wermutstropfen waren die vielen Strafen (zehnmal 2 Minuten), doch neben dem Powerplay funktionierte auch das Spiel in Unterzahl vorzüglich. "Ich sage immer, der beste Penaltykiller ist der Goalie", erklärte Kreis. "Er blockte den ersten Schuss, die anderen machten alle Abpraller weg." Auch der Coach, der wie Klingberg und die beiden bisherigen Ausländer Josh Holden und Jarkko Immonen noch keinen Vertrag für die nächste Saison hat, zeigt sich sehr zufrieden mit der Einstellung seiner Mannschaft: "In den Playoffs geht es physisch härter zu. Dafür sind wir diese Saison besser gewappnet. Alle haben von der ersten Sekunde an getan, was getan werden muss."

Mannschaft wichtiger als Ego

Sinnbild für diese mannschaftsdienliche Einstellung ist PostFinance-Topskorer Lino Martschini, auch er ein Zuger Eigengewächs. Nach sechs Spielen wartet der nur 1,67 m kleine Luzerner auf sein erstes Playoff-Tor. "Das ist furzegal", meinte er lachend. "Wenn wir ein Tor mehr machen als der Gegner, bin ich der glücklichste Mensch." Immerhin hat er bereits fünf Assists auf dem Konto. "Die Tore werden auch noch kommen", ist er überzeugt. "Und wenn nicht und wir trotzdem gewinnen, ist das auch egal. Die Mannschaft steht vor dem Ego."

Der Mahnfinger ist jedoch bei allen Zugern nicht weit. Goalie Stephan will noch nicht gross darauf eingehen, was in dieser Saison besser ist als zuletzt. "Wir haben ja noch nichts erreicht." Und Kreis betont: "Gedanklich steht es immer noch 0:0." Er sagt aber auch: "2:0 in Führung zu sein ist weniger gefährlich als ein 0:2-Rückstand." Der Respekt vor der Klasse und dem Speed der Davoser ist auch nach zwei gewonnenen Spielen noch immer gross. Das ist aber auch die Chance, erstmals seit 1998 wieder eine Playoff-Serie gegen die Bündner zu gewinnen. Der HCD müsste nun mindestens zweimal in Zug gewinnen.

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

SDA-ATS