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Kiebitzküken verlassen sich auf ihre Tarnung und flüchten nicht bei Gefahr. Das kann ihnen leicht zum Verhängnis werden.

Michael Gerber

(sda-ats)

Der Bestand der Schweizer Kiebitze scheint sich langsam zu erholen. Das ist unter anderem Schutzmassnahmen wie Elektrozäunen und der Begleitung von Landwirten zu verdanken, wie die Vogelschutzorganisation BirdLife Schweiz mitteilt.

In den 1970er Jahren gab es 700 bis 1000 Kiebitz-Brutpaare in der Schweiz. Von 2007 bis 2009 waren es im Durchschnitt nur noch 97, wie BirdLife am Mittwoch mitteilte. Der Grund: Kiebitze brüten am Boden und sind dadurch leichte Beute für Füchse und andere Raubtiere. Ausserdem flüchten die Jungtiere bei Gefahr nicht, sondern verlassen sich auf ihre Tarnung. Was fatal ist, wenn eine landwirtschaftliche Maschine naht.

Zum Glück scheint sich der Bestand wieder zu erholen: In den letzten drei Jahren, 2014 bis 2016, stieg die Zahl der Brutpaare im Durchschnitt auf 167 - eine positive Entwicklung dank Schutzmassnahmen, schreibt BirdLife Schweiz. Denn dort, wo Elektrozäune gegen Beutegreifer eingesetzt und die landwirtschaftliche Bearbeitung von Feldern begleitet wurde, war der Bruterfolg der Vögel deutlich höher.

Erstmals wurde in den letzten Jahren neben der jährlichen Bestandsaufnahme der Kiebitze durch 70 Ornithologinnen und Ornothologen auch eine Übersicht der Schutzmassnahmen erstellt. Die Übersicht half dabei, gezielt ergänzende Schutzprojekte zu starten, so BirdLife.

Inzwischen hat die Beobachtungssaison wieder gestartet und Vogelschützer hoffen auch dieses Jahr wieder auf eine steigende Zahl an Brutpaaren und Jungtieren. Denn der Bestand ist noch immer klein und verletzlich.

Die Kiebitze sind indes schon kräftig am Balzen: Mit spektakulären Sturzflügen versuchen die Männchen die Weibchen zu beeindrucken. An ihrem schaukelnden Flug, bei dem sie abwechselnd die schwarze Ober- und die weisse Oberseite zeigen, sind die Kiebitze auch aus der Entfernung zu erkennen.

SDA-ATS

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