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Nicht-explodierte Streubomben sowie deren "Mini-Bomben", die pro Bombe zu Hunderten über Fussballfeld-grosse Gebiete verteilt werden, forderten im 2016 doppelt so viele Opfer wie im Jahr zuvor. (Symbolbild)

KEYSTONE/AP NY/MOHAMMED ZAATARI

(sda-ats)

Die Schweiz hat im Jahr 2016 fast 56'000 ihrer Streubomben vernichtet. Damit sind 86 Prozent des ursprünglichen Bestands in der Schweiz zerstört.

Zudem wurden 2,8 Millionen Stück sogenannter Submunition vernichtet, wie aus einem am Donnerstag in Genf vorgestellten Bericht der Internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen (ICBL) und der Koalition gegen Waffen mit Streubomben hervor (CMC) hervor geht.

Diese Submunition befindet sich in einem Behälter der Streubomben. Als "Mini-Bomben" werden sie über Flächen freigesetzt, die teils grösser sind als Fussballfelder. Das heimtückische daran ist, dass viele kleine Bomben beim Aufprall nicht explodieren und als Blindgänger liegen bleiben. Sie explodieren dann später bei Berührung, wobei die Opfer meist schwer verstümmelt oder getötet werden.

Gemäss dem Bericht hatte die Schweiz ihren Bestand an Streubomben Ende 2016 um 86 Prozent und jenen an Submunition um 80 Prozent reduziert. Konkret sind dies mehr als 177'000 Streubomben und fast 10 Millionen Stück Submunition, die seither zerstört wurden.

Noch übrig bleiben rund fünfzig Streubomben und mehr als 2600 Stück Submunition, die für Ausbildungszwecke aufbewahrt wurden. Bis im Jahr 2019 sollte der gesamte Bestand der Schweiz zerstört sein. Die Schweiz sei auf gutem Weg, ihren Bestand bereits im Jahr 2018 komplett vernichtet zu haben, sagte Mary Wareham von Human Rights Watch (HRW) vor den Medien.

Fast 1000 Opfer von Streubomben

Trotz der internationalen Bemühungen gegen den Einsatz von Streubomben sind im vergangenen Jahr gemäss dem Bericht doppelt so viele Menschen diesen Waffen zum Opfer gefallen wie im Jahr zuvor, nämlich 971 Personen. Das ist die zweithöchste Zahl, seit der Bericht im Jahr 2009 zum ersten mal publiziert wurde. 98 Prozent der Opfer waren Zivilisten.

Besonders schwer getroffen hat es die Menschen in Syrien: 860 der 971 Personen wurden dort von Streubomben verletzt oder getötet. Mary Wareham von Human Rights Watch sagte, dass in Syrien seit Mitte 2012 rund 600 Attacken mit 13 verschiedenen Typen von Waffen mit Streumunition durchgeführt worden, davon ungefähr 250 seit Mitte 2016.

Wareham macht die Regierung Assad und seinen russischen Alliierten verantwortlich. Russland habe den Einsatz nicht geleugnet, sage aber, Streubomben würden nicht gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt.

Weitere Opfer gab es in Laos in Südostasien, wo im vergangenen Jahr 51 Menschen ums Leben kam. Laos gehörte als Rückzugsgebiet von vietnamesischen Dschungelkämpfern in den 1960er Jahren zu den am meisten bombardierten Ländern der Welt. Die Streumunition warfen amerikanische Bomber ab.

Auch im Bürgerkriegsland Jemen auf der Arabischen Halbinsel kamen 38 Menschen durch Streubomben ums Leben. Dort setzt sie die von Saudi-Arabien angeführte Koalition gegen die Huthi-Rebellen ein. Auch in Bosnien, Serbien und anderen Ländern kamen Menschen um.

88 Quadratkilometer Land befreit

Derweil wird in zahlreichen Ländern daran gearbeitet, betroffenes Land von Blindgängern zu säubern. Gemäss dem Bericht wurden im Jahr 2016 mindestens 88 Quadratkilometer Land von Streubomben befreit, wodurch fast 150'000 Stück Submunition zerstört worden seien. Insgesamt gäbe es noch in 26 Staaten Blindgänger.

Zudem vermerkt der Bericht einen Lichtblick: Der einzige noch bestehende US-Hersteller von Streumunition kündigte 2016 die Einstellung der Produktion an. Die USA gehören wie Russland und China nicht zu den Unterzeichnern des Oslo-Abkommens.

Von den 102 Mitgliedstaaten der Oslo-Konvention zum Verbot von Streumunition (in Kraft gesetzt im Jahr 2010) hatten mehr als 40 Mitgliedstaaten Waffen mit Streumunition. 28 Staaten haben ihren gesamten Bestand mittlerweile zerstört, was fast 1,5 Millionen Streubomben und rund 180 Millionen Stück Submunition waren. Dies sind 97 respektive 98 Prozent des gesamten Bestandes.

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SDA-ATS