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Die Menschen in der Schweiz ernähren sich nicht so gesund, wie sie könnten. Sie konsumieren zu viel Zucker, Salz und Fett. Als Folge liegen ernährungsabhängige Krankheiten wie Diabetes, Knochenschwund oder Herz-Kreislauf-Störungen nach wie vor auf hohem Niveau.

"Die Zunahme der ernährungsabhängigen Krankheiten ist eine der Ursachen für die hohen Gesundheitskosten in der Schweiz", erklärte Gesundheitsminister Alain Berset am Dienstag vor den Medien in Bern. Gemeinsam mit dem Direktor des Bundesamts für Gesundheit (BAG), Pascal Strupler, stellte der Bundesrat den sechsten Ernährungsbericht des Innendepartements (EDI) vor.

Beunruhigend sei etwa, dass vermehrt Kinder an Diabetes erkrankten, sagte Berset. Insgesamt waren im Jahr 2010 zwischen 350'000 und 630'000 Personen in der Schweiz von der Zuckerkrankheit betroffen. Bei der Erhebung des fünften Ernährungsberichts Ende 2005 hatte sich diese Zahl noch auf 250'000 belaufen. Rund 90 Prozent der Diabetes-Fälle sind auf Übergewicht zurückzuführen.

Zu viel Fett, zu wenig Früchte

Es würden immer mehr Mahlzeiten ausser Haus konsumiert, konstatierte Berset weiter. Der zunehmende Konsum von Convenience-Produkten wie auch von Fertiggerichten führe dazu, dass die Menschen zu viel Salz, Zucker und Fett zu sich nähmen.

Insgesamt hat der Verbrauch von Fetten und Ölen laut dem Bericht um 5 Prozent zugenommen, ebenso jener von Zucker und Honig. Gleichzeitig wurden im Vergleich zur letzten Erhebung 7 Prozent weniger Früchte und 6 Prozent weniger Gemüse verspeist. Der Verzehr von Fleisch- und Milchprodukten sowie von Getreide und Kartoffeln blieb dagegen praktisch unverändert.

Alles in allem nähmen die Menschen in der Schweiz etwa gleich viel Energie zu sich wie vor 30 Jahren, schreibt das EDI im Bericht. Da sie sich aber immer weniger bewegten, bleibe die Zahl der Übergewichtigen und Fettleibigen auf konstant hohem Niveau. So seien heute rund 46 Prozent der erwachsenen Männer und 29 der erwachsenen Frauen Opfer von Übergewicht oder Fettleibigkeit.

Öffentlichkeit besser informieren

Im mangelnden "Ernährungswissen" ortet das EDI einen wichtigen Grund für ungesunde Ernährung. Die Menschen in der Schweiz müssten sich objektiv informieren können, fordert Berset. Die Angaben auf Lebensmittelverpackungen etwa seien oft verwirrend, sagte BAG-Direktor Strupler. Man habe deshalb Massnahmen eingeleitet, die zu einer Verbesserung der Beschriftungen beitragen sollten.

Aus dem Ernährungsbericht leitet das EDI die Ernährungsstrategie 2013 bis 2016 ab. Mit ihr will das Innenministerium das Umfeld dafür schaffen, dass die Menschen in der Schweiz "immer öfter eine gesunde Wahl" treffen können.

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SDA-ATS