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In Schweizer Schulzimmern wird es enger: Bis 2025 steigen die Schülerzahlen landesweit um rund 13 Prozent, in einzelnen Kantonen gar um bis zu 20 Prozent. (Archivbild)

KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

(sda-ats)

Der oberste Bildungsforscher des Bundes prognostiziert bis 2025 Rekorde bei den Schülerzahlen. Angesichts des erwarteten Wachstums in einzelnen Kantonen von bis zu 20 Prozent und der Sparrunden herrschten seiner Ansicht nach bisher "himmlische Verhältnisse".

Diese würden nun zu Ende gehen, sagte Stefan Wolter, Direktor der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung, in einem Interview mit der "Schweiz am Wochenende". In den vergangenen 10 bis 15 Jahren blieben die Ausgaben gleich, während die Schülerzahlen stark zurückgingen. Die Situation werde sich nun komplett drehen.

Bis ins Jahr 2025 würden die Schülerzahlen in einigen Kantonen historische Höchststände erreichen, ohne dass die Politik mehr Mittel zur Verfügung stelle, sagte Wolter. Deshalb sieht er die Klagen der Lehrer in der aktuellen finanzpolitischen Situation eher als Vorwarnung.

Um Kosten zu optimieren, sollten Kantone und Gemeinden auch vor Schulschliessungen nicht zurückschrecken, erklärte Wolter weiter. Demnach könnten Kinder mit Bussen an andere Orte gefahren werden. Im Mittelland sei die Besiedlungsdichte so gross, dass die Wege für Schüler klein blieben.

Teilzeitarbeit verschärft Lehrermangel

Zum Lehrermangel meinte der Bildungsforscher, dass die Absolventen der Pädagogischen Hochschulen zwar nicht ausreichten, um die Lehrer, die in Pension gehen, zu ersetzen. Momentan würden sich aber viele Quereinsteiger und Jugendliche für den Beruf interessieren.

Das grössere Problem sei jedoch die wachsende Teilzeitbeschäftigung, sagte Wolter. Wenn ein Lehrer nur 40 Prozent arbeiten wolle, würden 2,5 Personen gebraucht, um eine 100-Prozent-Stelle zu besetzen. Dies verschärfte den Mangel.

Als eine Chance sieht der Bildungsforscher des Bundes die Digitalisierung. Neue technische Hilfsmittel würden Lehrern erlauben, grössere Klassen individuell und effizient zu unterrichten, sagte Wolter. Programme, die den Lernfortschritt der Kinder festhielten und ideale Übungen auswählten, würden Lehrpersonen ungemein entlasten.

Der Bund prognostiziert bis 2025 schweizweit eine Zunahme von 13 Prozent, in einigen Kantonen wie Basel-Stadt, Zürich oder Thurgau gar um fast 20 Prozent. Alleine auf der Primarstufe werden es demnach künftig 87'000 Kinder mehr sein als heute. Hauptgrund ist die demografische Entwicklung und die starke Zuwanderung zur Jahrtausendwende.

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SDA-ATS