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Was isst man an Weihnachten? Oftmals Fondue aller Art, Filet, ab und zu Geflügel, ganz selten eine Gans. (Symbolbild)

KEYSTONE/TI-PRESS/GABRIELE PUTZU

(sda-ats)

Am (heutigen) Heiligabend kommt an vielen Orten ein Fondue oder ein Filet im Teig auf den Tisch. Immer beliebter wird auch der Truthahn als Festtagsschmaus. Die Weihnachtsgans hingegen wird verschmäht.

"Dem Schweizer einen Truthahn zu verkaufen ist nicht schwer, ihm die Weihnachtsgans schmackhaft zu machen jedoch sehr." Ungefähr so kann man sich die Vorlieben der Schweizerinnen und Schweizer für Geflügel als Festtagsmenu zu Weihnachten vorstellen.

Erfahrung damit haben die Brüder Gregory, Pascal und Robin Geisser von der Geflügel Gourmet AG im sankt gallischen Mörschwil. Sie sind in der dritten Generation auf die Produktion von Edelgeflügel spezialisiert - und ihr Geschäft läuft in der Vorweihnachtszeit auf Hochtouren.

"Schweizerinnen und Schweizer kaufen gerne einen ganzen Truthahn für ihr Weihnachtsmenu", sagt Robin Geisser auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Rund 2000 Stück verkauft das Unternehmen im November und Dezember jeweils.

Während also viele Schweizerinnen und Schweizer auf den Geschmack eines Truthahns gekommen sind, finden sie am traditionell deutschen Weihnachtsessen überhaupt keinen Gefallen: "Einem Schweizer müssen sie keine Weihnachtsgans zu verkaufen versuchen", sagt Robin Geisser und lacht. "Da haben sie keine Chance."

Die meisten Gänse, die in der Schweiz verkauft werden, gehen gemäss Geisser wahrscheinlich an Konsumenten, die in Deutschland aufgewachsen sind. Auch die Truthahn-Käufe sind kulturell geprägt. "Wir dürfen nicht vergessen, dass in der Schweiz auch viele Amerikaner und Kanadier leben", sagt Robin Geisser. Sie holen sich mit dem Truthahn die Tradition aus ihrer Heimat in die Schweizer Weihnachtsstube.

Auf dem Hof von Christian Muheim im luzernischen Greppen werden Truthähne aufgezogen. Früher züchtete die Familie auf ihrem Hof Schweine zur Selbstversorgung. Weil das Fleisch von Truten gesünder sei, hätten sie den Betrieb umgestellt, ist der Homepage zu entnehmen. "Zunächst haben wir das Trutenfleisch in verarbeiteter Form auf dem Hof verkauft", sagt Christian Muheim zur sda.

"Vor rund 15 Jahren hat zum ersten Mal ein Kunde gefragt, ob er einen ganzen Truthahn haben könnte", erzählt Muheim. Seither sei die Anfrage gestiegen. Im vergangenen Jahr hätten sie rund 140 Truthähne verkauft, "doppelt so viele wie noch vor vier Jahren".

Die Nachfrage sei zur Weihnachtszeit immer am grössten gewesen. Er nimmt dabei auch einen emotionalen Aspekt wahr. "Die Käufer wollen bei uns sehen, wie der Truthahn gelebt hat", sagt er. "Es geht nicht einfach ums Essen, es soll etwas Besonderes sein." Bei ihm hat etwa die Hälfte der Kunden einen Bezug zu Nordamerika, die andere Hälfte sind Schweizerinnen und Schweizer.

Muheim stellt ausserdem fest, dass zunehmend bereits im November, wenn die Amerikaner Thanksgiving feiern, hierzulande die Nachfrage nach ganzen Truthähnen steigt.

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SDA-ATS