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Die lange Zeit erfolgsverwöhnten Schweizer Privatbanken müssen sich auf eine ganz neue Realität einstellen. Die Vermögensverwalter sollten gemäss einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsfirma KPMG und der Universität St. Gallen vor allem in Technik investieren.

Um für die reichen Privatkunden den Handel mit Anlagen auszuführen, und um die Bedürfnisse dieser Kunden besser zu erfüllen, ist die Technik von entscheidender Bedeutung. Gerade in der Kundenbetreuung hätten die Banken noch viel Nachholbedarf, sagte KPMG-Finanzexperte Philipp Rickert am Dienstag bei der Präsentation der Studie in Zürich.

"Die Einsicht, dass man etwas ändern muss, ist jetzt eingetreten", so Rickert. Entscheidend sei etwa, dass die Banken die Kundenprofile systematisch erfassten und sie technisch so verwalteten, dass sie auf Bedürfnisse besser eingehen könnten. Mit Ausnahmen der Family Offices (Rundum-Betreuung für reiche Familien) sei diese Service-Kultur bei Schweizer Banken noch weitgehend unterentwickelt.

Grösse und Kosten

Auf die Banken komme ein langanhaltender und harter Prozess zu, sagte Rickert. Lange hätten die Privatbanken, die viel höhere Margen aufwiesen als andere Unternehmen, von ihrem Geschäft gut gelebt. Regulation, Steuerstreit und immer anspruchsvollere Kunden bereiten dieser Welt aber ein Ende.

Entscheidende Faktoren sind auch die Grösse und das Kostenmanagement. Laut der Umfrage unter 39 Banken mit einem Vermögensverwaltungsgeschäft sieht die Zukunft für ein Institut mit weniger als 10 Mrd. Fr. verwalteter Vermögen schwierig aus.

Die Konsolidierung der Branche geht demnach weiter, doch findet diese eher schleichend statt. Für gewisse Institute bieten sich auch Kooperationen mit anderen Finanzmarktunternehmen an. Banken sollten laut der KPMG besonders nach unabhängigen Vermögensverwaltern Ausschau halten, die Kunden und Marktanteil brächten.

Rückzug aus Märkten

Wachstumschancen dafür bieten sich einerseits im Ausland, wobei die Vorort-Betreuung wohlhabender Kunden und die strengen regulatorischen Kosten sowie die Erfüllung rechtlicher Vorschriften wiederum beträchtliche Kostenfaktoren sind.

Als Zukunftsmärkte sehen die Vermögensverwalter nach wie vor die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China), reiche Länder im Mittleren Osten sowie Singapur und Hongkong. Rund 60 Prozent der Befragten wollen aber auch das Geschäft mit Schweizer Kunden ausbauen. Auch die Betreuung internationaler Kunden aus der Schweiz heraus hat immer noch hohes Gewicht.

80 Prozent sagten aus, dass sie sich aus bestimmten Ländern zurückziehen müssten. Die Attraktivität des Kundengeschäfts ist vor allem in den USA und in Europa gesunken.

Als attraktivste Kunden gelten in den Zielmärkten Personen mit einem Vermögen zwischen einer und fünf Millionen Franken. Was die Debatte um unversteuerte Kundengelder angeht, ist für die Vermögensverwalter die Zielrichtung klar: Sie gehen davon aus, dass der automatische Informationsaustausch in spätestens drei Jahren Realität ist.

SDA-ATS