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Das Eishockey-Nationalteam scheidet an den Winterspielen in Pyeongchang wie bereits vor vier Jahren in Sotschi in den Achtelfinals aus. Gegen Deutschland verliert die Schweiz 1:2 nach Verlängerung.

Von einer Medaille hatten die Schweizer und ihr Trainer Patrick Fischer gesprochen. Davon waren die Schweizer nicht erst in den Achtelfinals weit entfernt. Nun wurde das Turnier von Pyeongchang zu einer der bittersten Niederlagen für das Schweizer Eishockey in der Neuzeit und für Trainer Fischer die bitterste Pleite in seiner zweijährigen Karriere als Trainer des Nationalteams.

Nach nur 26 Sekunden der Verlängerung schoss Yannic Seidenberg die Deutschen in den Viertelfinal am Mittwoch gegen Schweden, den ersten seit 16 Jahren an Olympischen Spielen. Der Sieg des Erzrivalen war verdient, Deutschland hatte mit Ausnahme des Mitteldrittels mehr vom Spiel. Die Schweizer enttäuschten erneut und fanden gegen den kompakt verteidigenden Gegner kein Rezept.

Fischer nahm die Schuld auf sich "Wir hatten uns nach der starken letzten WM viel vorgenommen. Aber wir konnten unser Potenzial nicht abrufen, auch heute nicht. Wir sind verdient ausgeschieden. Klar, das geht letztlich auf meine Kappe", sagte Fischer in einer ersten Reaktion nach dem Spiel gegenüber dem Schweizer Fernsehen. Als "traurig", "leer" und "extrem enttäuscht" beschrieb der Trainer seine Gefühlslage.

Bereits begonnen hatte die Partie aus Schweizer Sicht miserabel. Nach nur neun (!) Sekunden wurde Cody Almond nach einem unnötigen Check gegen den Kopf mit einem Restausschluss unter die Dusche geschickt. Die Deutschen nutzten die Fünfminutenstrafe prompt zur frühen Führung durch Leonhard Pföderl. Weniger gut machten es die Schweizer, die in der Folge drei Strafen gegen Deutschland nicht ausnützen konnten.

Die Partie wurde zur erwartet umkämpften Angelegenheit. Nach dem missglückten Auftakt kamen die Schweizer - allerdings erst im zweiten Drittel - langsam besser ins Spiel. In der 24. Minute erzielte schliesslich Simon Moser nach einem Abpraller und mit seinem zweiten Treffer an diesem Turnier den zu diesem Zeitpunkt nicht unverdienten Ausgleich zum 1:1.

Im letzten Abschnitt bauten die Schweizer aber wieder ab. 6:12 lautete das Schussverhältnis zu Ungunsten der Schweiz in den letzten 20 Minuten. Und in der Verlängerung versetzten die Deutschen den Schweizern gleich mit dem ersten ernsthaften Angriff den K.o.-Schlag.

Vor vier Jahren hatte eine 1:3-Niederlage gegen Lettland das frühzeitige Aus in den Achtelfinals für das Team des damaligen Trainers Sean Simpson bedeutet. Gegen die im Vergleich mit den Letten stärker einzustufenden Deutschen erlitten die Schweizer aber unter Patrick Fischer eine noch bittere Niederlage.

Bereits das letzte K.o.-Spiel gegen Deutschland, an der WM 2010 in Mannheim, hatten die Schweizer verloren (0:1). An Olympischen Spielen müssen die Schweizer weiter auf den ersten Sieg gegen den nördlichen Nachbarn seit 1952 (!) warten. Damals gewannen die Schweizer in Oslo 6:3.

Telegramm:

Schweiz - Deutschland 1:2 (0:1, 1:0, 0:0, 0:1) n.V.

2878 Zuschauer. - SR Hribik/Öhlund (CZE/SWE), McIntyre/Sormunen (USA/FIN). - Tore: 2. Pföderl (Hördler, Hager/Ausschluss Almond) 0:1. 24. Moser (Ambühl, Suter) 1:1. 61. (60:26) Seidenberg (Kahun, Mauer) 1:2. - Strafen: 2mal 2 Minuten plus 5 Minuten (Almond) plus Spieldauer (Almond) gegen die Schweiz, 6mal 2 Minuten gegen Deutschland.

Schweiz: Hiller; Diaz, Furrer; Blum, Untersander; Geering, Schlumpf; Loeffel; Almond, Schäppi, Ruefenacht; Ambühl, Suter, Moser; Praplan, Haas, Hollenstein; Bodenmann, Corvi, Scherwey; Herzog.

Deutschland: Aus den Birken; Boyle, Ehrhoff; Moritz Müller, Seidenberg; Jonas Müller, Hördler; Krupp; Mauer, Ehliz, Fauser; Goc, Wolf, Noebels; Hager, Schütz, Pföderl; Macek, Kink, Plachta; Kahun.

Bemerkungen: Schweiz ohne Genoni (Ersatztorhüter), Du Bois, Hofmann und Stephan (alle überzählig). - Schüsse: Schweiz 21 (8-7-6-0); Deutschland 25 (5-6-12-2). - Powerplay: Schweiz 0/5; Deutschland 1/3.

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SDA-ATS