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Weinliebhaber dürfen sich freuen: Die Schweizer Winzer rechnen dieses Jahr mit einem qualitativ sehr guten Wein. Allerdings dürfte die Erntemenge wegen des ungünstigen Wetters geringer als üblich ausfallen.

"Das regnerische und kühle Wetter im Juni hat zu einer schlechten Bestäubung geführt", sagte Pierre-Antoine Héritier, Präsident des Walliser Winzerverbands, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. "Wir werden deshalb von vielen Rebsorten etwa zehn Prozent weniger ernten als üblich." Die Produktion werde auf weniger als eine Flasche pro Quadratmeter sinken.

Aus der Deutschschweiz tönt es gleich: Der lange Winters und der kalte Frühling hemmten die Vegetation und dann klappte die Bestäubung nicht wunschgemäss, wie Robin Haug, Geschäftsführer beim Branchenverband Deutschschweizer Wein und selber Winzer, erklärte.

Die Haupttraubensorte in der Schweiz - der Blauburgunder - ist bei der Bestäubung empfindlich, wie Haug ausführte . Über die ganze Deutschschweiz gesehen ist mit Ernteausfällen von 10 Prozent zu rechnen.

Spitzenweine möglich

Im St. Galler Rheintal sehen gewisse Lagen Verlusten zwischen 20 und 30 Prozent entgegen. Haug hebt aber grosse regionale Unterschiede hervor. Die Trauben indessen seien topp. Er erwarte einen fruchtigen Jahrgang, der je nach Produzent auch Spitzenweine bringen dürfte.

"Da die Pflanzen weniger Früchte tragen, sind die Aromen und der Zucker konzentrierter", erklärte der Walliser Héritier . Die Trauben hätten zudem ein schöneres Fruchtfleisch als üblich.

Anders als im Frühling fielen die Monate Juli, August und September recht trocken aus. Auch die Temperaturen seien ziemlich gut gewesen, sagten Yann Huguelit von der Neuenburger Winzervereinigung und Haug.

Die geringer ausfallende Menge hat aber auch eine schlechte Seite. "Wir werden weniger präsent sein auf dem Markt", sagte Gilles Cornut, Präsident der Branchenorganisation der Waadtländer Winzer.

Haug seinerseits hält kleinere Erntemengen nicht für von vorneherein schlecht. Wenn die Qualität stimme, stimme der Preis. Viel Wein von schlechter Qualität senke hingegen den Preis und schade dem Image.

Nächste Woche entscheidet

Die gute Qualität sollte nicht dadurch beeinträchtigt werden, dass die Weinlese dieses Jahr erst spät in Angriff genommen werden kann, versichern die Weinfachleute einhellig. Entscheidend werde das Wetter in der nächsten Woche sein, sagte Cornut: "Es muss schön sein."

Denn wenn es regne, könnten die Trauben nicht rechtzeitig gelesen werden - und würden überreif oder gar faul. "Wir drücken die Daumen," sagte Héritier. Zudem ist die Weinlese 2013 nicht aussergewöhnlich spät. Vielmehr begann die Weinlese in vergangenen Jahren häufig früh.

Hagel richtete grosse Schäden an

Auch von Unwettern wurden die Weinbauern dieses Jahr nicht verschont. Insbesondere Hagel richtete ausser im Wallis und in den meisten Gebieten der Deutschschweiz grossen Schaden an. Hagelwetter gab es in der Deutschschweiz im wesentlichen nur in Lagen des Kantons Zürich.

Im Kanton Neuenburg waren hingegen zwei Drittel des 600 Hektar grossen Weingebiets betroffen. Der Schaden beläuft sich auf 11 Millionen Franken.

Der finanzielle Ausfall dürfte sich dieses Jahr in Grenzen halten, da die meisten Winzer versichert sind. Schwierigkeiten könnten aber ab nächstem Jahr wegen Traubenmangels auftreten.

Der Hagel hat nämlich nicht nur Trauben und Blätter zerschlagen, sondern teilweise auch das Holz der Weinstöcke, so dass diese weniger treiben und damit auch weniger Trauben wachsen.

In der Waadt, wo Ausfälle von 8,5 Millionen Franken zu verzeichnen sind, greift der Kanton den Winzern mit Steuererleichterungen unter die Arme.

Der Kanton Genf (3,5 Millionen Schaden) hat hingegen keine speziellen Massnahmen geplant. Die Genfer Winzer verlassen sich auf die Hagelversicherung und die Solidarität ihrer Berufskollegen.

Das funktioniert recht gut, sagte Guillaume Potterat, der technische Verantwortliche für Weinbau und -kunde in der Genfer Landwirtschaftsdirektion. Viele vom Hagel heimgesuchte Weinbauern hätten sich bei der Ernte mit Kollegen arrangiert, um direkt in deren Weinbergen ernten zu können und so auf vernünftige Mengen zu kommen.

In Neuenburg kauften wenige Winzer in anderen Kantonen Trauben zu, um die Hagelschäden auszugleichen. Die Kantonsbehörden hatten die zulässige Zukaufsmenge aus anderen Kantonen vorsorglich verdoppelt. Die Weinbauern ziehen es aber vor, im eigenen Kanton zu kaufen, um so die geschützte Herkunftsbezeichnung zu behalten, wie Huguelit erklärte.

SDA-ATS