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Bern - Am Dienstag vor 20 Jahren ist das Schweizerische Literaturarchiv (SLA) eröffnet worden. Das SLA feiert das Jubiläum mit einer Ausstellung, prominent besetzten Lesungen und einem internationalen Kolloquium. Ausserdem gibt es neu einen ständigen Schauraum mit ausgewählten Archivstücken.
Als das SLA am 11. Januar 1991 eröffnet wurde, kamen die Gäste direkt von der Trauerfeier für Friedrich Dürrenmatt, der die Gründung des SLA initiiert hatte.
Er hatte dem Bund 1988 seinen literarischen Nachlass angeboten unter der Bedingung, dass ein Literaturarchiv gegründet würde, das eine fachgerechte Archivierung und Erschliessung von national bedeutenden literarischen Dokumenten gewährleiste.
Im Sommer 1989 unterzeichneten Dürrenmatt und Bundesrat Flavio Cotti den entsprechenden Vertrag. 1990 wurde der Ostflügel der Landesbibliothek in Bern - heute Nationalbibliothek (NB) - für das SLA umgebaut. Die für Dezember 1990 geplante Eröffnung musste aber verschoben werden, da Dürrenmatt wenige Tage vorher starb.
Dürrenmatts PrestigeAls das SLA seinen Betrieb aufnahm, verfügte es bereits über etwa 150 Einzelarchive, die schon vorher in der Landesbibliothek gelagert waren. Darunter waren die Nachlässe der beiden Literatur-Nobelpreisträger Carl Spitteler und Hermann Hesse.
"Das prestigereichste Kapital des jungen SLA war zweifellos Dürrenmatts Nachlass", sagte NB-Direktorin Marie-Christine Doffey am Dienstag vor den Medien.
Ob es ohne Dürrenmatt heute ein Schweizer Literaturarchiv geben würde? Darüber kann SLA-Leiterin Irmgard Wirtz nur mutmassen. Um den Bundesrat zu überzeugen, habe es wohl einen Literaten von Dürrenmatts Gewicht benötigt.
Seit der Gründung sind jährlich fünf bis zehn neue Einzelarchive aus allen Landessprachen zum Bestand des SLA dazugekommen. Heute verfügt das SLA über 295 Einzelarchive, davon 54 von noch lebenden Autoren wie beispielsweise Peter Bichsel, Adolf Muschg, Eveline Hasler oder Paul Nizon.

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SDA-ATS