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Beim grössten Lawinenunglück dieses Winters sind am Samstag bei Bourg-St-Pierre im Gebiet des Grossen St. Bernhard mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Eine Frau wird immer noch vermisst. Fünf Personen wurden verletzt.

Die Lawine war kurz nach Mittag niedergegangen und hatte insgesamt elf französische Tourengänger mitgerissen. Eine Frau blieb unverletzt und konnte sich selbst befreien und Alarm schlagen. Die Rettungskräfte hatten zunächst Mühe, die Unglücksstelle zu lokalisieren, da die Frau kaum Ortskenntnisse hatte und unter Schock stand.

Als die Bergretter am Unfallort eintrafen, hatten sich zwei weitere Verunglückte bereits selbst aus den Schneemassen befreien können. Nach und nach wurden die anderen Verschütteten aus der 80 bis 150 Zentimeter dicken Schneedecke geborgen - bis auf die immer noch vermisste Frau. Die Verletzten litten an Unterkühlung und Sauerstoffmangel.

Vermutlich erstickt

Für drei der freigeschaufelten Opfer kam die Hilfe zu spät. Sie starben vor Ort, vermutlich wegen Sauerstoffmangels. Eine Person starb später im Universitätsspital von Lausanne. Vier Personen sind immer noch hospitalisiert, eine davon in bedenklichem Zustand.

Am Bergungseinsatz vom Samstag waren zehn Helikopter, drei Ambulanzen, zwanzig Bergführer, acht Lawinenhunde-Führer, acht Ärzte sowie Einsatzkräfte der Walliser Polizei beteiligt. Die Suche nach der vermissten Frau musste am Abend bei Einbruch der Dunkelheit und wegen der Gefahr von Schneebrettern unterbrochen werden.

Suche nach Vermisster unterbrochen

Am Sonntagmorgen sollte die Suche fortgesetzt werden. Helikopter der Air Glacier versuchten, die Zone rund um den Lawinenkegel mit kontrollierten Schneesprengungen zu sichern. Nach einer weiteren Lawine wurde die Situation jedoch als zu gefährlich eingestuft und auf die Fortsetzung der Suche vorderhand verzichtet.

Neun der französischen Wintersportler waren auf Schneeschuhen unterwegs, zwei mit Skis. Die Gruppe bestand aus erwachsenen französischen Staatsbürgern, alle wohnhaft in der Region Cluses in der Nähe des Wallis. Nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP handelt es sich um erfahrene Mitglieder eines Alpenclubs und sie waren mit Lawinenortungsgeräten ausgerüstet.

Im betroffenen Gebiet herrschte am Samstag erhebliche Lawinengefahr der Stufe 3 (auf einer Skala von 5), wie Robert Bolognesi, Schnee- und Lawinenforscher der Firma Météorisk, sagte.

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SDA-ATS