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Der am Freitag gefasste mexikanische Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán hat dem US-Hollywoodstar Sean Penn während seiner Flucht ein Interview gegeben. Das Magazin "Rolling Stone" veröffentlichte in der Nacht zum Sonntag einen Erfahrungsbericht des Schauspielers.

Zum Beleg, dass sich die beiden Männer wirklich in Guzmáns Dschungelversteck getroffen haben, veröffentlichte das Magazin ein Foto, das ihn und Penn beim Handschlag zeigt. In dem Gastbeitrag schildert Penn die abenteuerlichen Umstände, unter denen sein Treffen mit "El Chapo" zustande gekommen sei.

Guzmán habe Fragen zu seinem Aufstieg vom jugendlichen "Orangenverkäufer" zum berüchtigten Drogenbaron beantwortet, über sein "glückliches" Leben nach der Flucht aus dem Gefängnis gesprochen und die Frage verneint, ob er ein gewalttätiger Mensch sei.

"In unserer Gegend gibt es keine Jobs. Die einzige Möglichkeit, um Geld für Essen zu verdienen, ist der Anbau von Opium, Marihuana", sagt "El Chapo" in einem Videointerview, das er Penn nach dem Treffen schickte. "Ich verteidige mich nur selbst, nicht mehr. Ob ich Streit anfange? Niemals."

Teil der Ermittlungen

"El Chapo" erzählte ausserdem, er habe seine Ingenieure zu einer dreimonatigen Fortbildung nach Deutschland geschickt. Den Kontakt zwischen Penn und "El Chapo" hatte die mexikanische Schauspielerin Kate de Castillo hergestellt. Sie spielt in der Telenovela "La Reina del Sur" (Die Königin des Südens) selbst eine Drogenhändlerin und stand mit Guzmán wegen eines Filmprojekts über sein Leben in Kontakt.

Wie ein Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP sagte, wussten die mexikanischen Behörden über Penns Besuch Bescheid. Das Treffen war demnach sogar Teil der Ermittlungen, die letztlich zur Festname des Drogenbosses führten. Einzelheiten wollte der Regierungsvertreter aber nicht nennen.

"Ich habe einen glaubwürdigen Hinweis erhalten, dass die (US-Antidrogenbehörde) DEA von unserer Reise nach Mexiko wusste", schreibt der Schauspieler in seinem Artikel.

Auslieferung läuft

Der Chef des mächtigen Sinaloa-Kartells war am Freitag in der westmexikanischen Stadt Los Mochis festgenommen worden, ein halbes Jahr nach seiner Flucht aus einem Hochsicherheitsgefängnis. Nach der Festnahme macht die mexikanische Regierung den Weg für eine Ausweisung in die USA frei. Das Auslieferungsverfahren werde nun beginnen, teilte das Justizministerium am Samstag mit.

Wann mit der Überstellung zu rechnen ist, wurde nicht mitgeteilt. Ein mexikanischer Bundesrichter hatte die Überstellung des Kartellchefs an die Vereinigten Staaten bereits genehmigt. Guzmáns Anwälte legten allerdings Einspruch gegen die Entscheidung ein.

Gegen den Mexikaner liegen in den USA mehrere Haftbefehle wegen Drogenhandels vor. Nach seiner letzten Festnahme im Februar 2014 hatte Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto einer Auslieferung in die USA noch eine Absage erteilt.

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SDA-ATS