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Wirklich ausgehungert sehen sie noch nicht aus, die beiden jungen Seehunde, die Ende Juni und Anfang Juli im Zoo Zürich zur Welt gekommen sind. Doch seit einigen Tagen haben sie nichts mehr gefressen. Sie werden gerade von der Muttermilch entwöhnt und müssen nun lernen, Fisch zu fressen.

Mit einem Geburtsgewicht von rund zehn Kilogramm haben kleine Seehunde schon ein gutes Polster wenn sie zur Welt kommen. In den vier bis fünf Wochen, in denen sie von ihren Müttern gesäugt werden, kommen dann nochmals etliche Kilo hinzu, denn die Muttermilch der Seehunde hat einen Fettgehalt von bis zu 20 Prozent.

Die beiden Zürcher Seehundbabys Nuvya und Nunik, die nun in einem extra Becken leben, sind wohlgenährt und lassen sich die Sonne auf die kugelrunden Bäuche scheinen. Manchmal jammern sie noch ein wenig nach ihren Müttern, von denen sie durch eine Scheibe getrennt sind.

In der Natur werden die kleinen Seehunde nach wenigen Wochen sich selbst überlassen. Die Mutter verlässt das Jungtier von einem Tag auf den anderen und dieses muss dann selbst herausfinden, wie man fischt. Und nicht nur das, auch wie man einen Fisch frisst, will gelernt sein. "Es geht nur mit dem Kopf voraus, mit dem Schwanz zuerst funktioniert es nicht", erklärte Zoodirektor Alex Rübel am Mittwoch vor den Medien.

Bis die Nahrungsumstellung klappt kann es zwei bis drei Wochen dauern. Dank der üppigen Speckschicht ist dies jedoch kein Problem. Bei Nuvya und Nunik jedenfalls ist der Hunger offensichtlich noch nicht gross genug. Viel Interesse an den von den Tierpflegerinnen angebotenen Forellen zeigen sie noch nicht. Ein kurzes Schnuppern höchstens und schon wird der Kopf wieder abgewendet.

Unterwegs im Dienst der Wissenschaft

Keine Probleme mit Abnabelung und Nahrungsumstellung hat dagegen Nils. Der einzige Jungstorch, der in diesem Jahr im Zoo Zürich geboren wurde, versorgt sich selbst. Sowohl die Eltern als auch Nils haben den Horst verlassen und sind auf dem Weg ins Winterquartier.

Nils ist dabei im Dienst der Wissenschaft unterwegs: Er wurde Ende Juni mit einem GPS-Sender ausgestattet, so dass man stets verfolgen kann, wo der Jungstorch gerade ist. Nachdem er sich noch einige Zeit in der näheren Umgebung aufgehalten hat, ist Nils am Dienstag in Richtung Süden gestartet. "In einem Tag ist er bis in die Camargue geflogen", sagte Zookurator Samuel Furrer.

Das Projekt "SOS Storch" von "Storch Schweiz" untersucht das veränderte Zugverhalten der Weissstörche. Statt wie früher in Westafrika zu überwintern, bleiben viele Störche in Spanien und ernähren sich dort vom Angebot auf den offenen Müllkippen. Diese sollen jedoch aus hygienischen Gründen geschlossen werden.

Was das veränderte Zugverhalten ausgelöst hat, ist unklar. Möglicherweise sind frühere Ansiedlungsprojekte mitverantwortlich dafür. Auch welche Rolle der Klimawandel spielt und wie sich die Schliessung der Deponien auswirkt soll untersucht werden.

Im Internet kann der Weg von Nils mitverfolgt werden unter http://projekt-storchenzug.com/datenlogger

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SDA-ATS