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An einem runden Tisch mit Branchenvertretern will das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) Massnahmen für den Verkauf von E-Zigaretten an Minderjährige entwickeln. (Symbolbild)

KEYSTONE/APA/HELMUT FOHRINGER

(sda-ats)

Das Verkaufsverbot von elektronischen Zigaretten an Minderjährige hängt heute ganz von der Bereitschaft der einzelnen Verkäufer ab. Die Behörden haben die Branchenvertreter deshalb zu einem runden Tisch am Freitag eingeladen, um eine gemeinsame Lösung zu finden.

"Ziel ist es, Minderjährige zu schützen", sagte Nathalie Rochat, Sprecherin des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), gegenüber der Agentur Keystone-SDA.

Diese erste Diskussion zwischen dem BLV und den Branchenvertretern solle es ermöglichen, die "Gesetzeslücke rund um die E-Zigarette zu schliessen", die seit dem Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts bestehe.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte Ende April auf die Beschwerde einer Herstellerfirma hin das Verkaufsverbot des BLV von nikotinhaltigen Liquids für E-Zigaretten gekippt. Seither ist die Rechtslage um E-Zigaretten unklar.

Klarheit soll der im Dezember vom Bundesrat vorgelegte Entwurf für das neue Tabakproduktegesetz schaffen. Aber "da eine Gesetzesänderung immer Zeit braucht, ist Selbstregulierung eine schnelle und wirksame Lösung", erklärte Rochat.

Boom der Verkäufe

Nach dem Bundesgerichtsentscheid seien die Verkäufe im Mai um rund 30 Prozent angestiegen, sagte Nicolas Michel, der einen E-Zigaretten-Laden in Lausanne führt. Er vertritt ausserdem die Romandie im Verband für Schweizer Händler und Hersteller von E-Zigaretten (SVTA), welcher am runden Tisch teilnehmen wird.

Fast jeden Tag würden Minderjährige seinen Laden betreten, erzählte Michel. "Wir verkaufen aber nicht an unter 18-Jährige", versicherte er gegenüber Keystone-SDA. Von den "Dampfern" seien 98 Prozent Raucher oder ehemalige Raucher. Eine Selbstkontrolle beim Verkauf an Minderjährige scheine deshalb machbar.

Grosse Verzögerungen

Der SVTA sorge sich allerdings über eine allfällige "Gleichsetzung von Dampf-Produkten mit Tabakprodukten", sagte Michel. Das Verkaufsverbot von nikotinhaltigen Liquids habe in der Schweiz bereits zu grossen Verzögerungen geführt.

Gemäss einer ersten Einschätzung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) aus dem Jahr 2013 hatten damals 0,4 Prozent der Schweizer Bevölkerung die elektronischen Dampfgeräte regelmässig genutzt. 2016 ist die Zahl auf 0,7 Prozent angestiegen.

Nach heutigem Wissensstand sind E-Zigaretten weniger schädlich als Tabakzigaretten. Sie können eine Alternative darstellen, um Gesundheitsrisiken zu vermindern oder helfen, mit dem Rauchen aufzuhören.

Mehr als 60 Prozent der Raucher wollen laut Sucht Schweiz mit dem Rauchen aufhören. Mit rund 9500 Todesfällen pro Jahr bleibt Tabak ausserdem verantwortlich für die Mehrheit der vermeidbaren Todesfälle in der Schweiz, wie die Zahlen weiter zeigen.

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SDA-ATS