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Das Selbstwertgefühl erleidet in der Pubertät keinen Taucher, es bleibt stabil. Dies hat eine Metaanalyse der Universität Bern ergeben. Ausserdem erwiesen sich jüngere Generationen nicht als selbstbezogener als ältere. (Symbolbild)

KEYSTONE/CHRISTOF SCHUERPF

(sda-ats)

Das Selbstwertgefühl kann kurzfristig schwanken. Über die ganze Lebensspanne hinweg steigt die Selbstachtung laut einer Berner Studie aber an. Selbst in der Pubertät sinkt sie nicht - anders als bisher vermutet.

Konflikte oder Erfolge am Arbeitsplatz können das Selbstwertgefühl vorübergehend schwächen oder stärken. Andere, einschneidendere Ereignisse können den Selbstwert nachhaltig zum Guten oder Schlechten verändern. Bisher war jedoch unklar, ob es einen typischen Entwicklungsverlauf des Selbstwertgefühls über die Lebensspanne hinweg gibt.

Eine Forschungsgruppe um Ulrich Orth, Professor an der Abteilung für Entwicklungspsychologie der Universität Bern, Ruth Yasemin Erol und Eva C. Luciano hat nun die Daten von insgesamt 331 Einzelstudien zum Thema in einer Metaanalyse zusammengetragen. Insgesamt waren darin über 160'000 Personen im Alter von vier bis 94 Jahren wiederholt zu ihrem Selbstwertgefühl befragt worden.

Höherer Selbstwert im Alter

Die Auswertung zeigt einen durchschnittlichen Anstieg des Selbstwerts von der Kindheit bis zum Übergang ins Rentenalter. Im Alter von 11 bis 15 Jahren kommt allerdings nicht der erwartete Knick im Selbstwertgefühl. "Erfreulicherweise ist das Selbstwertgefühl in der Zeit um die Pubertät zumindest stabil", wird Orth in einer Mitteilung der Universität Bern zitiert.

Nach der Jugendzeit setzt sich der Anstieg im Selbstbewusstsein fort und erreicht seinen Höhepunkt zwischen dem 60. und 70. Altersjahr. Ab dem Alter von 70 Jahren sinken die Werte wieder, zunächst langsam.

Erst mit 90 Jahren mehren sich stärkere Selbstzweifel, wie die Forschenden in der Fachzeitschrift "Psychological Bulletin" berichteten. Viele Menschen haben also auch im Alter über weite Strecken ein höheres Selbstwertgefühl als in jungen Jahren.

Keine "Generation Ich"

Auch bezüglich einer anderen Vermutung, konnte die Metaanalyse Klärung bringen. So wurde in der Literatur häufig gemutmasst, dass soziokulturelle Veränderungen durch die immer stärkere Verbreitung des Internets und sozialer Medien bei jüngeren Generationen zu mehr Selbstbezogenheit und einem übertriebenen Selbstwertgefühl geführt haben.

Wie die Untersuchung nun aber zeigte, unterscheiden sich jüngere Generationen in ihrem typischen Entwicklungsverlauf nicht von vorhergehenden. Auch die Geburtskohorten der 1980er und 1990er-Jahre, die häufig als "Generation Ich" bezeichnet werden, zeigen die gleiche Entwicklung über die Lebensspanne wie Kohorten, die 20 oder 40 Jahre früher aufwuchsen. Dieser typische Verlauf hatte zudem Bestand für Frauen und Männer und zeigte sich in Stichproben aus mehreren Ländern.

Erkenntnisse zum Verlauf des Selbstwertgefühls über die Lebensspanne sind wichtig, weil die Forschung nahelegt, dass sich ein hohes Selbstwertgefühl positiv auf wichtige Lebensbereiche auswirkt. So trägt es etwa zur sozialen Einbindung, zu erfüllten Partnerschaften und Zufriedenheit und Erfolg bei der Arbeit bei. Selbstachtung ist laut früheren Studien der Arbeitsgruppe um Orth auch nicht eine blosse Begleiterscheinung von günstigen Lebensumständen, sondern beeinflusst Erfolg und Wohlergehen.

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SDA-ATS