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Bewohner des nigerianischen Nigerd-Deltas haben ein Angebot des Ölkonzerns Shell über Entschädigungszahlungen für Ölverschmutzungen zurückgewiesen. Es sei keine Einigung über Schadensersatzzahlungen erzielt worden, teilte Shell am Freitag mit.

Die Gespräche hatten am Montag in der Stadt Port Harcourt begonnen. Etwa 15'000 Bewohner der Fischergemeinde Bodo im Bundesstaat Rivers fordern Entschädigung für zwei Ölkatastrophen, die das Gebiet im Jahr 2008 verschmutzt hatten.

Nach Angaben aus Verhandlungskreisen bot der britisch-niederländische Konzern den Anwohnern insgesamt 7,5 Milliarden Naira (rund 42 Mio. Franken) an. Beide Seiten nannten keine Gesamtzahl.

Martyn Day von der Londoner Anwaltskanzlei Leigh Day, welche die Anwohner von Bodo vertritt, sagte lediglich, jeder Betroffene würde nach dem Angebot von Shell 275'000 Naira (rund 1550 Franken) erhalten, wenn die an die Gemeinschaft zu zahlende Summe abgezogen würde.

Die Gemeinde habe das Angebot einstimmig abgelehnt. Das Angebot des Ölkonzerns sei "vollkommen lächerlich und beleidigend für die Dorfbewohner", sagte Day.

Starke Verschmutzung

Forschritte gab es laut Shell bei den gleichzeitig geführten Verhandlungen über die Reinigung des Gebiets. Ende September solle weiter verhandelt werden, hiess es. Die Gespräche finden unter der Vermittlung des niederländischen Botschafters in Nigeria statt.

Nach Angaben der Anwälte der Betroffenen verschmutzte auslaufendes Öl zwei Mal im Jahr 2008 die Umwelt so sehr, dass Bauern und Fischer ihrer wirtschaftlichen Grundlage beraubt wurden. Demnach liefen zwischen 500'000 und 600'000 Barrel Öl aus.

Shell räumte im Jahr 2011 seine Verantwortung ein. Gibt es keine Einigung über Schadensersatz, könnte der Fall vor einem britischen Gericht landen. Nigeria ist der grösste Ölprouzent Afrikas. Dennoch leben die meisten Bewohner des ölreichen Nigerdeltas in bitterer Armut.

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SDA-ATS