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Mikaela Shiffrin hat in Killington zwei besondere Weltcup-Rennen vor sich. Die Amerikanerin kehrt an den Ort zurück, an dem einst die Planung ihrer Karriere begonnen hat.

Mikaela Shiffrin beschäftigt sich in Killington vorab mit der Gegenwart. Das verlorene Duell gegen Petra Vlhova vor zwei Wochen im Slalom in Levi hallt nach. Die Amerikanerin will die Hierarchie in ihrer Paradedisziplin vor Heimpublikum wieder herstellen.

In Killington gibt es für Mikaela Shiffrin aber nicht nur das Heute. Der Aufenthalt im Skiresort im Staat Vermont ist für sie auch eine Reise in die Vergangenheit - nicht nur deshalb, weil sie mehrere Jahre in der Region verbracht hat. In Killington haben Vater Jeff und und vor allem Mutter Eileen die Basis für den Aufstieg ihrer Tochter in die alpine Top-Liga gelegt.

Die Begeisterung der Mutter

Es war Mitte der Achtzigerjahre, als Jeff Shiffrin seine zukünftige Frau Eileen an ein regionales Skirennen in Killington mitgenommen hatte. Die Auserwählte bestritt unter ihrem Mädchennamen Condron selber erfolgreich Wettkämpfe in der Altersklasse Master, vertiefte Kenntnisse im Skisport hatte sie aber nicht. Das änderte sich nach dem Abstecher nach Killington schlagartig. Ihre Neugierde war geweckt, fortan war ihr Wissensdrang gross. Sie sah sich Videos der Stars im Weltcup an und las viele Bücher über ihren Sport.

Eileen soll selber talentiert gewesen sein. Jeff traute ihr sogar den Sprung ins Nationalteam zu. Für die grosse Karriere hatte sie indes zu spät mit dem Rennsport begonnen und ihn überdies nicht mit der nötigen Seriosität betrieben. Den gleichen Fehler wollte sie bei der Förderung ihrer beiden Kinder, Mikaela und des zweieinhalb Jahre älteren Taylor, nicht begehen. Eileen coachte ihre Sprösslinge, war rund um die Uhr für sie da. Akribie, Fleiss und unübliche Methoden zeichneten sie schon damals aus.

Taylors Weg als Skirennfahrer endete früh. Er zog ein Studium an der Universität in Denver vor, was der Mutter erlaubte, sich auf die Betreuung ihrer Tochter zu konzentrieren. Sie beherrschte das Wechselspiel zwischen mütterlicher Sorgfalt und dem Hang zur Perfektion perfekt. Ihre Tochter wurde hart gefordert, fühlte sich aber nie überfordert. Geändert hat sich daran nichts. Die Mutter geht den eingeschlagenen Weg nach wie vor mit aller Konsequenz.

Der Umzug als Konsequenz

Dieser Konsequenz war auch der Umzug der Familie von Vail nach New Hampshire geschuldet. Mikaela Shiffrin war damals acht Jahre alt. In der neuen Umgebung erwarteten sie andere, oft garstige Bedingungen. Die Pisten waren ruppiger und eisiger als in den Rocky Mountains. Nichts für Weichlinge. Für die Tochter wurden die Trainings zum Härtetest. Sie bestand ihn mit Bravour. Längst hatte sie den eisernen Willen ihrer Mutter adaptiert.

Vier Jahre nach dem Wohnortswechsel begann Mikaela Shiffrin nach den Anweisungen von Kirk Dwyer zu trainieren, dem Headcoach und Schulleiter der Burke Mountain Academy, einem Internat in Vermont für Ski-Talente. Für Mikaela Shiffrin war die Aufnahme in die Schule vorerst kein Thema. Sie war zu jung, zudem kehrte die Familie zwei weitere Jahre später nach Colorado zurück.

Der neuerliche Umzug bekam der Tochter nicht gut. Sie verlor das Interesse am Skisport und trainierte entsprechend wenig. Sie vermisste ihre Freunde, die Trainer - und das Eis. Möglich, dass ihre Karriere ein schnelles Ende gefunden hätte und der Skiwelt ein Jahrhundert-Talent abhanden gekommen wäre, hätten die Eltern nicht reagiert. Mikaela Shiffrin kehrte mit ihrer Mutter nach Vermont zurück. Der Vater blieb in Vail.

Die Verletzung nach dem Alleingang

Mikaela Shiffrin trat in die Akademie ein, doch Mutter Eileen hielt die Zügel weiterhin fest in der Hand. Ohne ihre Zustimmung ging (fast) nichts. Die Karriere nahm den geplanten Verlauf. Das Wunderkind gedeihte prächtig - auch dank der Gradlinigkeit und Hartnäckigkeit ihrer Mutter.

Eileen Shiffrin ist und bleibt die engste Bezugsperson ihrer Tochter. Auf ihre Hilfe und Ratschläge will die Gesamtweltcup-Siegerin bis heute nicht verzichten. Zweimal hat sie den Alleingang gewagt. Beim zweiten Versuch im Dezember 2015 verletzte sie sich beim Einfahren für den Riesenslalom in Are in Schweden prompt am rechten Knie. Zufall? Die beiden wissen es auch knapp zwei Jahre danach nicht. Jedenfalls genügte ein Telefon, und Eileen Shiffrin stand ihrer Tochter wieder zur Seite. Das wird selbstverständlich auch in Killington so sein. Dort, wo vor rund 30 Jahren alles begonnen hat.

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SDA-ATS