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Als Folge einer Beinahe-Kollision von zwei Flugzeugen vor zweieinhalb Jahren führt die Skyguide ein neues Sicherheitsnetz zur Überwachung der Flughöhe ein. Sie erfüllt damit eine Sicherheitsempfehlung der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle (Sust).

Zu dem schweren Vorfall, der mit einem hohen Kollisionsrisiko verbunden war, kam es am 10. Juni 2011 nördlich von Bern. Ein Airbus A319 der Fluggesellschaft Germanwings befand sich auf dem Flug von Barcelona nach Stuttgart, als es zu einer gefährlichen Annäherung mit einem Geschäftsflugzeug der Hahn Air kam, das von Zürich nach Palma de Mallorca unterwegs war.

Der geringste Abstand der beiden Flugzeuge betrug gemäss Radarsystem horizontal 0,6 Nautische Meilen (rund 1,1 Kilometer) und vertikal 50 Fuss (rund 15 Meter), wie aus dem am Montag veröffentlichten Schlussbericht der Sust zu der gefährlichen Annäherung hervorgeht.

Widerspruch blieb unbemerkt

Der schwere Vorfall wird darauf zurückgeführt, dass der Flugverkehrsleiter die für den Flug vorgesehene Flugfläche als Freigabe in das System der Flugsicherung eingab, per Funk der Airbus-Besatzung aber eine andere Sinkflugfreigabe erteilte. Keiner der fünf Flugverkehrsleiter, die sich mit der Führung des Flugzeuges befassten, bemerkten die Diskrepanz zwischen der Sinkflugfreigabe im System und der über Funk übermittelten Flughöhe.

Die Flugbesatzung befolgte zudem später die Anweisung der Flugverkehrsleitung statt der anders lautenden Ausweichanweisung des automatischen Systems TCAS (traffic alert and collision avoidance systems) weiter zu folgen. Dies führte zu einer weiteren Reduktion des Abstandes der beiden Flugzeuge am Kreuzungspunkt. So entstand eine hohe Kollisionsgefahr.

Die Entstehung des schweren Vorfalls wurde dadurch begünstigt, dass eine zum selben Zeitpunkt stattfindende Übung der Flufgwaffe bei der zivilen Flugsicherung zu einer erhöhten Arbeitslast und einer erschwerten Übersicht führte. Der Flugsicherung stand zudem kein technisches Sicherheitsnetz zur Verfügung, das in der Lage gewesen wäre, den Arbeitsfehler eines Flugverkehrsleiters rechtzeitig anzuzeigen. Diesbezüglich erliess die Sust eine Sicherheitsempfehlung.

Skyguide

reagiert

Die für die Flugsicherung zuständige Skyguide wird nun in der Nacht auf (morgigen) Dienstag respektive in der Nacht auf den kommenden 10. Dezember in den Bezirksleitstellen Genf und Zürich den nächsten Schritt im Projekt "Stripless" durchführen.

Dazu gehört auch ein neues Sicherheitsnetz zur Überwachung der Flughöhe, wie es von der Sust in einer Sicherheitsempfehlung als Folge des Vorfalls vom 10. Juni 2011 gefordert worden war. Die so genannte EHS-CLAM-Funktion (Cleared Level Adherence Monitoring based on Enhanced Mode S) warnt den Fluglotsen bei einer Diskrepanz zwischen der Höhenfreigabe der Flugsicherung und der Einstellung im Flugzeug.

Die CLAM-Funktion war bereits Anfang 2012 in einer ersten Version operationell installiert worden. Der neue Release integriert nun die ausführlichen Flugzeugdaten und einen automatischen Alarm in die frühere Funktion.

Die elektronische Koordination ermöglicht den Flugverkehrsleitern neu die Übergabe von Flugzeugen per Mausklick ohne telefonische Koordination zwischen den verschiedenen Sektoren, wie es weiter heisst.

Der Wegfall dieser bisher notwendigen Koordination per Telefon reduziere den Arbeitsaufwand, limitiere mögliche Fehlerquellen und erhöhe somit weiter das Sicherheitsniveau und die Effizienz in der Luft. Mit der Anwendung der elektronischen Koordination setzt Skyguide dabei gemäss eigenen Angaben einen der wichtigsten Meilensteine in der Flugsicherung der letzten 30 Jahre.

SDA-ATS