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Kann in der ersten Jahreshälfte 2018 einen Gewinn präsentieren: SNB-Chef Thomas Jordan (Archivbild).

KEYSTONE/GAETAN BALLY

(sda-ats)

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat in der ersten Jahreshälfte einen Gewinn von 5,1 Milliarden Franken geschrieben. Im Vorjahreshalbjahr waren es noch 1,2 Milliarden Franken.

Die SNB profitierte von der Abwertung des Frankens gegenüber dem US-Dollar sowie dem robusten US-Aktienmarkt.

Der Gewinn auf den Fremdwährungspositionen betrug 5,2 Milliarden Franken, wie die Nationalbank am Dienstag mitteilte. Davon spülten Zinserträge der Nationalbank 4,9 Milliarden Franken in die Kasse, Dividenden 2,0 Milliarden. Beim Kurserfolg konnten vor allem Beteiligungspapiere wie Aktien zulegen, während Zinspapiere wie Obligationen Bewertungsverluste erlitten.

Aufwertung des Dollars

Besonders dank der US-Valuta lief es für die SNB rund. Der Dollar hat von Januar bis Juni dem Franken gegenüber um 1,8 Prozent zugelegt. In der Vorjahresperiode war es noch umgekehrt gewesen: Damals hatte der Dollar 5,9 Prozent verloren.

Der Euro dagegen wertete sich in den letzten sechs Monaten zum Franken wieder ab, und zwar um 1,2 Prozent. Noch 2010 hätte damit das Jahresergebnis der SNB anders ausgesehen. Damals hielt die Nationalbank rund zwei Drittel ihrer Guthaben in Euro. Heute aber sind die amerikanische und die europäische Währung zu fast gleichen Teilen im SNB-Portfolio vertreten.

Auf den Frankenpositionen erzielte die SNB einen Gewinn von 1,0 Milliarden Franken. Grund dafür waren vor allem die erhobenen Negativzinsen. Auf dem Goldbestand resultierte im Halbjahr 2018 dagegen ein Bewertungsverlust von 0,9 Milliarden Franken.

Starkes zweites Quartal

Die SNB wies wie üblich darauf hin, dass ihr Ergebnis von der Entwicklung der Gold-, Devisen- und Kapitalmärkte abhängig ist. Starke Schwankungen seien deshalb die Regel und Rückschlüsse auf das Jahresergebnis nur bedingt möglich.

So hatte im ersten Quartal ein Verlust auf den Fremdwährungspositionen noch für einen Fehlbetrag von 6,8 Millionen Franken gesorgt. Dank einem Gewinn von knapp 12 Millionen Franken im zweiten Quartal reichte es im Halbjahr dennoch zu einem Überschuss. Experten hatten wegen der Marktentwicklung mit einem Gewinn in dieser Höhe gerechnet.

Das Ergebnis der SNB ist jeweils eine Folge ihrer Geldpolitik. Um den Franken nicht zu stark werden zu lassen, hat die Nationalbank neben der Einführung der Negativzinsen vor allem ihre Euro- und Dollarbestände in den vergangenen Jahren stark erhöht und damit Anleihen und Aktien gekauft. Per Ende Juni beliefen sich die Devisenanlagen auf 783,8 Milliarden Franken.

Keine Rückschlüsse auf Ausschüttung

Entscheidend für die Ausschüttung an Bund und Kantone wird nun der restliche Jahresverlauf sein. Laut der Gewinnausschüttungsvereinbarung erhalten Bund und Kantone jeweils maximal 2 Milliarden pro Jahr. Voraussetzung ist, dass die Ausschüttungsreserve mindestens 20 Milliarden Franken beträgt.

Für das letzte Jahr erhielt die öffentliche Hand die maximal möglichen 2 Milliarden Franken. Die Nationalbank hatte 2017 einen Rekordgewinn von 54,4 Milliarden Franken eingefahren. Das ermöglichte ihr auch, die Ausschüttungsreserve kräftig aufzustocken. Derzeit hat sie 67 Milliarden Franken auf der hohen Kante.

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