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Entgegen ersten provisorischen Zahlen hat die Gebärfreudigkeit in der Schweiz 2016 nicht ab-, sondern zugenommen und den höchsten Stand seit 45 Jahren erreicht. (Symbolbild)

KEYSTONE/GAETAN BALLY

(sda-ats)

In der Schweiz sind vergangenes Jahr 87'900 Kinder zur Welt gekommen, so viele wie nie mehr seit 45 Jahren. Die Lebenserwartung steigt weiter an, vor allem bei den Männern.

Im Vergleich zum Vorjahr nahm 2016 die Zahl der Lebendgeburten um 1,5 Prozent zu, wie die am Donnerstag veröffentlichten definitiven Ergebnisse der Statistik der natürlichen Bevölkerungsentwicklung zeigen. In seinen provisorischen Zahlen vom Februar war das Bundesamt für Statistik (BFS) noch von einem Rückgang der Geburten ausgegangen.

Die Zahl der Todesfälle sank von 67'600 im Jahr 2015 auf 65'000, was einem Minus von 3,9 Prozent entspricht. Damit wuchs der Geburtenüberschuss, also die Differenz zwischen Geburten und Todesfällen, auf 22'900 Personen. Das ist der höchste Stand seit 25 Jahren. Der Geburtenüberschuss ist neben der Zuwanderung der zweite Treiber des Bevölkerungswachstums.

Kein Babyboom

Mehr Neugeborene gab es im vergangenen Jahr vor allem bei ausländischen Staatsangehörigen. Von einem Babyboom kann aber gemäss BFS nicht gesprochen werden. Vielmehr hänge die Entwicklung von der wachsenden Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter ab. Die Geburtenziffer blieb 2015 stabil bei 1,5 Kindern pro Frau.

Drei Viertel der Kinder werden in der Schweiz nach wie vor im Rahmen einer Ehe geboren. Der Anteil der nichtehelichen Geburten nimmt aber zu, im Jahr 2016 um 7,5 Prozent auf 21'300. Parallel dazu verläuft die Zahl der Vaterschaftsanerkennungen. Sie erhöhte sich letztes Jahr um 4,6 Prozent auf 20'400 Fälle.

Steigende Lebenserwartung

2015 war es wegen der Grippe und des Hitzesommers zu einem starken Anstieg der Todesfälle gekommen. Damit verbunden war ein Rückgang der Lebenserwartung. 2016 hat diese wieder zugenommen. Bei den Männern stieg sie bei Geburt von 80,7 im Vorjahr auf 81,5 Jahre, bei den Frauen von 84,9 auf 85,3 Jahre.

Der Geschlechtsunterschied bei der Lebenserwartung hat sich weiter verringert und betrug 2016 noch 3,8 Jahre, im Jahr 2001 waren es noch 5,7 Jahre. Die verbleibende Lebenserwartung im Alter von 65 liegt für Männer aktuell bei 19,8 Jahren, für Frauen bei 22,6 Jahren. Damit hat sie sich seit 2001 bei den Männern stärker erhöht (+2,5 Jahre) als bei den Frauen (+1,5 Jahre).

Mehr Heiraten und Scheidungen

Anders als es die provisorischen Zahlen erwarten liessen, nahmen 2016 auch die Heiraten und Scheidungen zu. So wurden 41'600 Ehen geschlossen, 0,5 Prozent mehr als 2015. Einzig schweizerische Staatsangehörige gaben sich etwas weniger (-0,2 Prozent) das Ja-Wort.

Etwas mehr als 700 gleichgeschlechtliche Paare entschieden sich für eine eingetragene Partnerschaft, was einem Plus von 4 Prozent entspricht. Bei den Männern gab es ein Anstieg um 14 Prozent oder 62 Paare, bei den Frauen hingegen einen Rückgang um 13 Prozent oder 34 Paare.

Geschieden wurden 2016 gut 17'000 Ehen (+0,4 Prozent). Bei Fortsetzung der beobachteten Trends kann laut BFS davon ausgegangen werden, dass zwei von fünf Ehen eines Tages geschieden werden.

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SDA-ATS