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Der Chrischonaturm hoch über Basel ist vom Schwarzwald (Hintergrund) bis zum Jura sichtbar. An dessen Südseite will die Eigentümerin Swisscom unterhalb der Antennen Solarzellen anbringen.

Keystone/stefanwalter.ch

(sda-ats)

Das höchste freistehende Bauwerk der Schweiz, der Chrischona-Turm der Swisscom in Bettingen BS, soll eine Photovoltaikanlage bekommen. Rund 700 Quadratmeter an den Südflächen des Betonmastes sollen ab Herbst gut 115'000 kWh Strom im Jahr liefern.

Der 1980 bis 1983 gebaute Chrischonaturm auf dem Dinkelberg am Nordufer des Rheins ist ein weitherum sichtbares Wahrzeichen von Basel. Mitsamt rotweisser Antennenspitze - die gelegentlich in den Wolken steckt - ist er fast 251 Meter hoch; die zweistöckige verglaste Aussichtsplattform liegt auf rund 140 Metern.

Die Swisscom will Photovoltaik-Platten an den vier etwa nach Süden ausgerichteten der insgesamt neun schlanken Flächen des Mastes anbringen. Ab knapp 19 Metern Höhe - über den Baumwipfeln - bis auf 94 Meter Höhe unterhalb der ersten Antennenplattform sollen insgesamt 430 in Stahlrahmen gefasste Module montiert werden.

Der Strom - die geplante Menge deckt etwa den Bedarf von 30 Haushalten - ist gemäss Baugesuch für Eigenbedarf vorgesehen. Die Swisscom verbraucht jährlich insgesamt rund 430 GWh Strom, der nach eigenen Angaben komplett aus einheimischen und erneuerbaren Quellen stammt.

Bisher beträgt der Photovoltaik-Anteil an diesem Gesamtverbrauch 0,9 Prozent. Photovoltaikanlagen sind auch bereits an zehn Sendeanlagen in Betrieb, unter anderem in La-Chaux-de-Fonds NE oder am Niederhorn im Berner Oberland.

Montage am Seil

Die auf rund 450'000 Franken veranschlagte Anlage soll ab August gebaut werden und im Herbst 2017 am Netz sein. Die Montage sollen frei hängende Seil-Kletterer durchführen. Die insgesamt rund 700 Quadratmeter entsprechen etwa einem mittelgrossen Bauernhof-Stalldach. Die Planauflage dauert bis am 21. April.

Der auf 492 Metern Bodenhöhe über Meer gelegene Chrischonaturm selber ist kein Denkmal, und die Bettinger Dorfbildkommission hatte sich für das Projekt ausgesprochen. Denkmäler hat es einen Steinwurf weiter westlich im historischen Ensemble um die Chrischonakirche. Der aussichtsreiche Ort ist auch ein beliebtes Ausflugsziel.

Der Roche-Turm in Basel ist mit 178 Metern zwar weniger hoch, aber immerhin das höchste bewohnbare Gebäude der Schweiz. Auch der zweite Turm, den Roche neben dem ersten bis 2021 fertig gebaut haben will, wird mit 205 Metern den Chrischonaturm nicht überragen. Chrischona und Roche-Hauptsitz sind nur sechs Kilometer von einander entfernt.

SDA-ATS

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