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Eine Gruppe von Schweizer Soldaten setzt sich für die Abschaffung der Wehrpflicht ein. Auch wenn jeder unterschiedliche Beweggründe angibt, in einem Punkt sind sich alle Mitglieder des "Soldatenkomitees gegen die Wehrpflicht" einig: Die Dienstzeit war sinnlos.

"Als Soldat im Durchdienermodell war für mich die ganze Militärdienstzeit ein einziger Krieg; der Krieg gegen die Langeweile", sagte Michael Christen, Soldat Truppenbuchhalter und Durchdiener, an der Medienkonferenz des Komitees am Donnerstag in Bern.

Seine Schilderungen vom Truppenalltag sind wenig schmeichelhaft für die Schweizer Armee. Als Truppenbuchhalter habe er fünf Buchhaltungen führen müssen. Damit war er zwei Stunden beschäftigt - pro Woche. Den Rest der Zeit verbrachte er mit Bücher lesen und Filme schauen. 12 bis 14 Stunden schlafen pro Tag war normal, erzählt er.

Christens Ausführung stehen stellvertretend für die fünf Soldaten, die sich vor die Medien gewagt haben, um gegen die Wehrpflicht zu weibeln. Sie seien nicht gegen die Armee an sich, beteuerten sie. Aber das heutige Modell erscheine ihnen überholt.

"Meines Erachtens ist die Abschaffung der Wehrpflicht eine Chance", sagte Verkehrssoldat Antonio Villani. So könnten die maroden Strukturen der Armee auf Vordermann gebracht und die Armee zu einer attraktiven Arbeitgeberin gemacht werden.

Noch ist das Soldatenkomitee mit rund 20 Mitgliedern überschaubar. Die Mitglieder erhoffen sich indes bis zur Abstimmung am 22. September regen Zulauf. Unterstützt wird das Komitee von der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA), welche die Volksinitiative für die Abschaffung der Wehrpflicht lanciert hat.

Die Initiative war am 5. Januar 2012 mit 106'995 gültigen Unterschriften eingereicht worden. Bundesrat sowie National- und Ständerat lehnen sie ab. Aus Sicht des Bundesrates wäre ohne Wehrpflicht die Sicherheit der Schweiz gefährdet. Würde die Wehrpflicht abgeschafft, bestünde die Armee aus Freiwilligen.

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SDA-ATS