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Sonova droht Klage von institutionellen Investoren

Institutionelle Anleger des Hörgeräteherstellers Sonova drohen dem Unternehmen mit einer Klage. Wegen der undurchsichtigen Affäre um Aktienverkäufe des Top-Managements des Zürcher Unternehmens haben sie Kursverluste hinnehmen müssen.

Top-Leute hatten für rund 47 Mio. Fr. Aktien verkauft, kurz bevor Sonova Mitte März ankündigte, der Gewinn im Geschäftsjahr 2010/11 (per Ende März) falle wegen Problemen mit einem Hörimplantat tiefer aus als erwartet. Die Staatsanwalt des Kantons Zürich und die Schweizer Börse untersuchen den Fall derzeit.

"Das Unternehmen hat eingeräumt, dass börsenrelevante Informationen früher hätten veröffentlicht werden sollen, sagte Erik Bomans von der in Belgien beheimateten Investorenschutzorganisation Deminor der "NZZ am Sonntag". Deminor vertritt über 30 institutionelle Sonova-Aktionäre, vor allem aus den USA und Grossbritannien.

Die Chancen stünden gut, dass die Aktionäre ihre Ansprüche auf rechtlichem Wege geltend machen könnten, so Bomans. Sonova habe Fehlverhalten zugegeben. Deminor wartet nun den Untersuchungsbericht der Schweizer Börse gegen Sonova ab, der Klarheit geben über den möglichen Aktienhandelsskandal.

Die institutionellen Anleger - darunter versteht man beispielsweise Versicherungen oder Pensionskassen - hätten kurz vor der Gewinnwarnung im März Aktien gekauft, die nun an Wert verloren hätten, erklärte Bomans. Bei Kursverlusten wegen Fehlverhaltens des Unternehmens sind Klagen für sie denkbar, wie Bomans erläuterte.

Widerstand gegen Verwaltungsrat

Nach wie vor ist nicht klar, inwiefern Sonova-Topleute bei ihren Aktienverkäufen von den tieferen Gewinnzahlen wussten, die das Unternehmen Mitte März in Aussicht stellte. Börsengeschäfte im Wissen um bestimmte Unternehmensentwicklungen sind ein Strafbestand.

Als Folge des Wirbels um die möglichen Delikte sind Ende März der damalige Sonova-Chef Valentin Chapero und sein Finanzchef Oliver Walker zurückgetreten. Firmen-Mitbegründer Andy Rihs trat als Präsident des Verwaltungsrates zurück, ist aber nach wie vor Mitglied des Aufsichtsgremiums.

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