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Francos Grab ist eine Pilgerstätte für die Rechten im Land. (Archivbild)

Keystone/EPA/MARISCAL

(sda-ats)

Spaniens sozialistische Regierung hat am Freitag per Dekret die Exhumierung des früheren Diktators Francisco Franco verfügt. Das Dekret muss nun noch durch das Parlament.

Das Kabinett von Ministerpräsident Pedro Sánchez stimmte für die Entfernung der sterblichen Überreste des Diktators aus einer Kirche im Valle de los Caídos, dem Tal der Gefallenen. Dort soll eine Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus entstehen. Sánchez hatte das Vorhaben gleich nach seinem Amtsantritt im Juni angekündigt.

Das Dekret muss nun noch durch das Parlament. Dort können Sanchez' Sozialisten jedoch mit der Unterstützung der Linkspartei Podemos, der baskischen Nationalisten und der Vertreter der katalanischen Unabhängigheitsbefürworter rechnen und damit die Mehrheit bilden.

"Demokratische Anomalie"

Sánchez hatte die Umwidmung der Gedenkstätte vor allem damit begründet, dass Spanien als "gefestigte und europäische Demokratie" sich keine Symbole leisten könne, welche die Bevölkerung spalteten. Ein Mausoleum für einen Diktator sei etwa "in Deutschland oder Italien undenkbar". Der Fraktionschef von Sánchez' Sozialisten im Senat, Ander Gil, sprach am Freitag von einer "demokratischen Anomalie". Es sei "an der Zeit, mit Dingen solcher Art Schluss zu machen".

Francos sterbliche Überreste sollen seiner Familie übergeben werden, um sie in deren Familiengrab auf dem Pardo-Friedhof bei Madrid beizusetzen. Die Angehörigen Francos sind jedoch strikt gegen die Umbettung.

Nach dem Sieg der rechten Putschisten im spanischen Bürgerkrieg (1936 bis 1939) hatte Franco bis zu seinem Tod 1975 in Spanien geherrscht. Sein Grab ist eine Pilgerstätte für die Rechten im Land, alljährlich versammeln sie sich dort an Francos Todestag. Der Umgang mit der Franco-Diktatur spaltet Spanien bis heute.

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