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Spanien gerät immer tiefer in den Sog der Schuldenkrise: Nachdem das Land von der Ratingagentur Moody's abgestraft worden war, überschritten die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen erstmals seit Einführung des Euro die kritische Sieben-Prozent-Marke.

"Die Refinanzierungskosten am Kapitalmarkt steigen mit jeder Bonitätsverschlechterung weiter an, was wiederum zu einer Herabstufung führt", erklärten die Analysten der Metzler Bank am Donnerstag.

Anleger würden angesichts der jüngsten Zuspitzung massiv Mittel aus dem Euroraum abziehen, und bisher als sicher geltende Staatstitel etwa die deutschen - seien zunehmend unter Druck, sagte ein Händler. Inzwischen werde die Eurozone auf breiter Front von Investoren "verprügelt".

Aussenminister appelliert an EZB

Angesichts der steigenden Zinsen appellierte der spanische Aussenminister José Manuel García-Margallo eindringlich an die Europäische Zentralbank (EZB), Staatsanleihen von Euro-Krisenländern zu erwerben. Eine solche Intervention der Währungshüter werde erst recht notwendig sein, wenn bei der Parlamentswahl am Sonntag in Griechenland die Kräfte gewännen, die gegen die - mit der EU vereinbarten - Einsparungen seien.

"Die Signale, die aus Griechenland kommen, machen mir enorme Sorgen", sagte der Minister in einem Interview des Radiosenders Onda Cero. "Wenn die Anleger sehen, dass ein Land aus der Euro-Zone ausscheiden kann, werden sie sich fragen: Warum nicht auch andere Staaten?"

Dies hätte zur Folge, dass für eine Reihe von Ländern die Zinsaufschläge, die sie für ihre Staatsanleihen zahlen müssen, in astronomische Höhe kletterten. Dies müsse die EZB unbedingt verhindern.

Spanien nur noch knapp über Ramschniveau

Die Ratingagentur Moody's hatte am Mittwochabend für die jüngste Eskalation in der europäischen Schuldenkrise gesorgt. Die Bonitätswächter stuften die Kreditwürdigkeit der Euro-Staaten Spanien und Zypern herab. Spaniens Bewertung wurde sogar gleich um drei Noten gesenkt und liegt damit nur noch eine Note über dem so genannten Ramschniveau.

Erst am Wochenende hatte Madrid angekündigt, unter den Euro-Rettungsschirm zu schlüpfen, um Hilfsgelder zur Sanierung des maroden Bankensektors erhalten zu können.

SDA-ATS