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Computer und Flüssigkeiten dürfen im Handgepäck bleiben: Am Flughafen Genf ist ein weltweit neuartiger Gepäckscanner in Betrieb genommen worden. (Symbolbild)

KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI

(sda-ats)

Deutsche Spionage in Schweizer Firmen, Migranten in Fussballklubs und eine Weltpremiere am Flughafen Genf: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen. Die Schlagzeilen in nicht verifizierten Meldungen:

"SonntagsBlick":

Deutschland hat jahrelang über ein Dutzend Schweizer Firmen in Österreich ausspioniert. Deren Niederlassungen sind auf geheimen Überwachungs-Dokumenten des deutschen Geheimdienstes (BND) gelistet, die dem "SonntagsBlick" vorliegen. Zu den prominentesten Namen zählen demnach der zur Novartis-Gruppe gehörende Generika-Hersteller Sandoz, der Logistikkonzern Panalpina und der Schraubenhersteller Bossard. Die Schweizer Firmen gerieten ab 1999 ins Visier des deutschen Geheimdienstes. Bis mindestens 2006 zapfte der BND deren Fax-Anschüsse an und speicherte Telefon- und E-Mail-Daten. Ein Teil der abgefangenen Informationen floss dem Medienbericht zufolge an den US-Geheimdienst NSA. Die betroffenen Firmen wollten sich ebenso wie der BND zur Affäre und zu den laufenden Untersuchungen nicht äussern. Der Schweizer Nachrichtendienst (NDB) bestätigte der Zeitung, dass man Kenntnis habe von den Vorfällen und dass solche "mit eigenen Mitteln" bekämpft würden. Der Präsident der Geschäftsprüfungsdelegation, Claude Janiak (SP/BL), forderte Aufklärung. Er will die Zusammenarbeit mit dem BND überprüfen lassen und sich im August zu einer Aussprache mit dem NDB-Chef treffen. Der deutsche Geheimdienst bespitzelte den Angaben zufolge insgesamt gegen 2000 Ziele in Österreich. Darunter waren neben Konzernen auch Moschee-Vereine und Ministerien.

"SonntagsZeitung":

Bei den 1440 Fussballvereinen in der Schweiz haben mittlerweile nur noch 64 keine Mitglieder mit Migrationshintergrund. Dies berichtet die "SonntagsZeitung" unter Berufung auf Auszüge aus einer neuen Vereinsbefragung des Schweizerischen Fussballverbands (SFV). Von den 283’000 Aktivmitgliedern hätten knapp die Hälfte einen Migrationshintergrund. Laut der Befragung gibt es viele Kleinvereine, die einen Migrantenanteil von mehr als 75 Prozent haben. Jeder fünfte Verein gibt in der Befragung an, dass er sich bei der Integration vom SFV mehr Unterstützung wünscht. Der SFV hatte vorgeschlagen, in der Nationalmannschaft künftig keine Profis mehr auflaufen zu lassen, die über zwei Pässe verfügen. Mit der Idee provozierte der Verband mehrheitlich einen Sturm der Entrüstung. Die Fussballfunktionäre versuchen laut dem Zeitungsbericht seit Jahren mit einer Strafklausel Doppelbürger in Auswahlteams unter Druck zu setzen, damit sie nach der Ausbildung in der Schweiz nicht für ein fremdes Land zu spielen. Andernfalls sollen sie die Ausbildungskosten von ungefähr 25’000 Franken pro Jahr zurückzahlen. Juristisch sei die Klausel fragwürdig, heisst es im Bericht. Das Obligationenrecht erlaube keine solchen Verträge. Laut des Verbands handle es sich vielmehr um ein "Gentlemen’s Agreement". Es gehe darum, die Spieler moralisch zu binden. Zur Anwendung kam die Klausel bislang nicht.

"Le Matin Dimanche":

Weltpremiere am Flughafen Genf: In der Passagierabfertigung sind am vergangenen Sonntag zwei Handgepäckscanner der neusten Generation installiert worden. Dank diesen können die Passagiere Computer und Flüssigkeiten in ihren Taschen lassen, wie die Westschweizer Sonntagszeitung "Le Matin Dimanche" berichtet. Dank den Maschinen könnte fast die doppelte Menge an Passagieren pro Stunde kontrolliert werden, nämlich bis über 200 statt heute maximal 120. Die Operateure an den Röntgengeräten hätten nun auch Zugriff auf 3D-Bilder. So könnten sie sich ein Objekt auf dem Bildschirm aus allen Perspektiven ansehen. Die Software färbt die Materialien je nach Zusammensetzung anders ein und gibt Grösse und Gewicht der Elemente an.

"SonntagsBlick":

Beim Höhlen-Drama in Thailand ist die Schweiz um Hilfe angefragt worden für die Kommunikation zwischen den Eingeschlossenen und den Rettern. Ein Einsatz der Schweizer Kommunikationsgeräte für Höhlen wurde jedoch verworfen, wie der "SonntagsBlick" berichtet. Die Verantwortlichen der thailändischen Rettungsmission hätten ein Hilfsgesuch an die Schweiz gesandt, wie Dinko Novosel von der Europäischen Vereinigung für Höhlenrettung (ECRA) gegenüber der Zeitung erklärte. ECRA koordiniert internationale Hilfsgesuche an europäische Höhlenretter. Das sogenannte Cave-Link-System der Schweiz erlaubt es, durch den Fels hindurch kurze Textnachrichten zu versenden. Je nach Geologie durchdringen die Nachrichten bis zu 800 Meter Fels. Das ist allerdings zu wenig im Fall der Eingeschlossenen in Thailand. Deswegen hätten die Retter in Thailand den Plan aufgegeben, sagte Novosel. Seit zwei Wochen sitzen zwölf Jugendfussballer und ihr Trainer in einer Höhle im Norden Thailands fest. Von einem plötzlichen Wassereinbruch überrascht flüchteten sich die 13 Personen immer tiefer in die Höhle und sitzen seither fest. Inzwischen ist eine internationale Rettungsaktion angelaufen.

"NZZ am Sonntag":

Lehrer diskriminieren Kinder mit Migrationshintergrund, weil sie zu tiefe Erwartungen an ihre Leistungen stellen. Dies zeigt eine neue Studie der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz, über die die "NZZ am Sonntag" berichtet. Die Förderung und Beurteilung von Kindern erfolge leider nicht so neutral, wie sie sollte, sagte der zuständige Professor Markus Neuenschwander. Sowohl in Mathematik als auch in Deutsch lägen die Erwartungen massiv tiefer. Das Fatale sei, dass dies zu schwächeren Leistungen bei den Schülern führe. Die Leistungsunterschiede zwischen Migranten und Nichtmigranten würden im Verlauf einer Schulkarriere immer grösser. Beat Zemp, Präsident des Lehrerverbands Schweiz, nahm seine Kolleginnen und Kollegen in Schutz. Erwartungen seien immer durch Erfahrungen geprägt, die sich im Verlauf der Zeit zu Stereotypen verdichten könnten. Das gelte für Lehrer genauso wie für andere, etwa Journalisten oder Politiker. Lehrpersonen seien nicht davor gefeit, negative Erwartungshaltungen auf Schüler zu übertragen.

"SonntagsZeitung":

Das erst im November für 450 Millionen Franken eröffnete zweitgrösste Shoppingcenter der Schweiz steckt angeblich in der Krise. Die Mall of Switzerland im luzernischen Ebikon leide unter verfehlten Umsatzzielen und plane eine Umnutzung von teils noch leerstehenden Ladenflächen, berichtet die "SonntagsZeitung". Einzelne Mieter der 65'000 Quadratmeter grossen Mall würden nur einen Viertel des geplanten Jahresumsatzes erzielen, schreibt die Zeitung unter Berufung auf einen Gewährsmann. Eine neue Projektgruppe soll Wege für eine andere Nutzung der noch unvermieteten 3000 Quadratmetern aufzeigen. Darauf hätten die Investoren aus Abu Dhabi gedrängt. Mall-Chef Jan Wengeler erklärte, für die Ladenflächen im Attikageschoss würden Konzeptanpassungen erarbeitet. Parallel dazu führe man Gespräche mit potenziellen Interessenten. Ebenfalls prüfe man eine Zwischennutzung. Weil bereits Mieter abgesprungen sind, gewährt das Einkaufszentrum der Zeitung zufolge bestehenden Geschäften Mietzinssenkungen, um sie zu halten.

"NZZ am Sonntag":

In der Schweiz haben sich in den letzten Monaten Fälle von sogenannten Teufelsaustreibungen gehäuft. Bei diesen schlagen eritreische Männer und Frauen auf Landsleute ein, die ihrer Meinung nach vom Teufel besessen sind, wie die "NZZ am Sonntag" berichtet. Mehrere Eritreer und Eritreerinnen seien aus diesem Grund angezeigt worden, und zwar wegen einfacher oder schwerer Körperverletzung, sagte Fana Asefaw, Kinder- und Jugendpsychiaterin und Leitende Ärztin bei der Klinik Clienia Littenheid in Winterthur. Wie die Zeitung schreibt, fallen die angeblich vom Teufel Besessen zu Boden, zucken, reden wirr, schreien und schlagen um sich. Sie würden an dissoziativen Störungen leiden. Diese würden unter anderem durch Retraumatisierung von Erlebnissen auf der Flucht ausgelöst und könnten Erkrankte in tranceartige Zustände versetzen. Die Zahl der Eritreer, die wegen dissoziativen Störungen behandelt werden müssen, sei in den letzten Monaten stark gestiegen, sagte Asefaw. Zurzeit würden jeden Monat sechs bis sieben Personen aus diesem Grund behandelt.

"Zentralschweiz am Sonntag"/"Ostschweiz am Sonntag":

Kindermädchen statt Krippenbesuch: Das Nanny-Modell zur Betreuung von Kindern boomt auch in der Schweiz. Laut Hochrechnungen dürften im Land mehrere tausend bis zehntausend Familien eine Nanny angestellt haben, berichten die "Zentralschweiz am Sonntag" und die "Ostschweiz am Sonntag". Die Nachfrage nach Nannys habe in den letzten zehn Jahren sehr stark zugenommen, sagte Christoph Seitz von Babysitting24.ch. Die meisten Suchanfragen gebe es in den grossen Städten Zürich, Genf, Basel und Bern. Expats suchten überproportional oft nach einer Nanny. Trotzdem seien Einstellungen durch Schweizer Haushalte die Mehrheit. Für eine Familie mit mehreren Kindern ist dem Bericht zufolge eine Nanny meist nicht teurer als der Krippenbesuch für eine ganze Woche. Die Arbeit von Nannys ist allerdings mit sozialen Schwierigkeiten verbunden, wie ein Forschungsprojekt unter Leitung von Margrit Stamm, Professorin emerita an der Universität Fribourg und Direktorin des Forschungsinstituts Swiss Education in Bern, zum Schluss kommt. Nannys seien nicht Teil der Familie, aber doch mehr als Angestellte. Sie sollten zu den Kindern eine emotionale Beziehung aufbauen, doch dürften nie der Mutter den Platz streitig machen.

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SDA-ATS