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St. Galler Behörden halten an Auslieferungsgesuch fest

Dieser Inhalt wurde am 18. Mai 2010 - 15:24 publiziert
(Keystone-SDA)

St. Gallen - Die Schweizer Behörden sind im Fall Ded Gecaj einen wichtigen Schritt vorangekommen: Der St. Galler Lehrermörder wurde am Montag von der Polizei in Kosovo festgenommen. Die Regierung Kosovos muss nun entscheiden, ob Gecaj an die Schweiz ausgeliefert wird.
"Ded Gecaj wurde am Montagnachmittag bei sich zu Hause festgenommen", sagte die zuständige Untersuchungsrichterin Ursula Brasey am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Gegen den 52-Jährigen bestand ein internationaler Haftbefehl. Die St. Galler Kantonspolizei hatte für Hinweise, die zur Verhaftung von Ded Gecaj führen, eine Belohnung von 20'000 Franken ausgesetzt.
Gecaj werde nun erst einmal dem Haftrichter vorgeführt. Dieser müsse über die Inhaftierung oder eine allfällige Freilassung entscheiden. Die St. Galler Staatsanwaltschaft halte an ihrem Auslieferungsersuchen fest, sagte Brasey.
"Wir sind zuversichtlich, dass Ded Gecaj an die Schweiz ausgeliefert wird", sagte der Sprecher des Bundesamtes für Justiz Folco Galli auf Anfrage.
Nun müsse die Regierung Kososovs entscheiden, ob Gecaj an die Schweiz ausgeliefert wird. Das sei kein Sonderfall, sagt Galli. Die St. Galler Behörden wollen Ded Gecaj wegen der Tötung eines St. Galler Lehrers und wegen sexuellen Missbrauchs der Tochter vor Gericht bringen.
Ded Gecaj hatte im Januar 1999 Paul Spirig, den Lehrer seiner Tochter, in St. Gallen erschossen. Nach der Tat floh er in seine Heimat Kosovo. Dort wurde er festgenommen. Er gestand die Tat und wurde im Jahr 2000 zu vier Jahren Gefängnis verurteilt - wegen Totschlags. Gecaj kam aber nach ungefähr zwei Jahren wieder frei und tauchte unter.
Die St. Galler Staatsanwaltschaft stellte 2005 ein Begehren um Auslieferung an die Schweiz. Zwei Jahre später wurde Gecaj in seinem Haus festgenommen und in Auslieferungshaft gesetzt.
Im März 2008 entschied das Oberste Gericht in Kosovo, Gecaj nicht an die Schweiz auszuliefern, da er zur Tatzeit Bürger Serbiens war. Im Spätsommer kam er wieder auf freien Fuss.
Im April 2009 gelangte das Gericht zur Auffassung, dass Gecaj den Schweizer Justizbehörden überführt werden kann. Er tauchte erneut unter. Es wurde vermutet, dass er sich nach Albanien absetzte.

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