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In Mailand droht Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi ein dritter Ruby-Prozess. Die Mailänder Staatsanwälte ermitteln gegen ihn und seine Rechtsanwälte Nicolo Ghedini und Pietro Longo wegen Falschaussagen vor Gericht.

Die drei hatten vor Gericht als Zeugen der Verteidigung zugunsten von drei Berlusconis-Vertrauten ausgesagt, die am Freitag wegen Zuhälterei in Zusammenhang mit die marokkanische Nachtklubtänzerin Karima el-Mahrough alias Ruby Rubacuori (übersetzt "Herzensräuberin") zu Strafen bis zu sieben Jahren Haft verurteilt wurden.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass mehrere Zeuginnen der Verteidigung vor Gericht gelogen haben, weil sie von Berlusconi "Monatsgehälter" bis zu 3000 Euro für ihr Schweigen über ausschweifende Partys in der Mailänder Residenz des Medien-Tycoons erhielten.

Berlusconi selber hatte im April 2012 berichtet, dass er insgesamt 42 junge Frauen unterstütze, die in den Strudel der Ruby-Affäre geraten waren. Jede bekomme mindestens 2500 Euro im Monat. "Ich unterstütze diese jungen Frauen, die von den Staatsanwälten verleumdet worden sind", sagte Berlusconi damals.

Politik-Verbot für drei Vertraute Berlusconis

Ein Starjournalist des italienischen Fernsehens, Emilio Fede, und der Künstleragent Lele Mora - beide Vertraute Berlusconis - waren am Freitag zu je sieben Jahren Haft verurteilt worden. Ausserdem wurde ein lebenslanges Verbot für die Ausübung öffentlicher Ämter verhängt.

Die als Showgirl bekannt gewordene Ex-Regionalpolitikerin Nicole Minetti, die eine Beziehung zu Berlusconi zugegeben hatte, wurde zu fünf Jahren Haft und zu einem fünfjährigen Verbot einer Ausübung öffentlicher Ämter verurteilt.

Berlusconi erstinstanzlich verurteilt

Der Prozess gegen Fede, Mora und Minetti war in den vergangenen Monaten parallel zum Verfahren gegen Berlusconi wegen Amtsmissbrauchs und Sex mit Ruby gelaufen. Dabei war Berlusconi am 24. Juni erstinstanzlich zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.

Der Ex-Premier soll mit Ruby Sex gehabt haben, als diese erst 17 Jahre alt war. Zudem soll er 2010 sein Amt als Regierungschef missbraucht zu haben, um bei der Polizei die Freilassung der wegen Diebstahls festgenommenen Ruby zu erwirken.

Berlusconi erwartet derzeit ein für den 30. Juli geplantes letztinstanzliches Urteil des Kassationsgerichts in Rom. Ihm drohen wegen Steuerbetrugs vier Jahre Haft drohen sowie das Verbot, öffentliche Ämter zu bekleiden. Eine endgültige Verurteilung könnte zum Bruch der Regierungskoalition aus dem Mitte-Links-Bündnis um Premierminister Enrico Letta und Berlusconis Partei "Popolo della Libertà" führen.

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SDA-ATS