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An der ETH Lausanne (EPFL) ist der Startschuss für das Human Brain Project gegeben worden. Hunderte von Forschungsteams aus aller Welt arbeiten an dem von der EU mitfinanzierten Vorhaben. Ziel ist ein tieferes Verständnis des menschlichen Gehirns dank der Informatik.

Die 135 Partnerinstitutionen des weltweit ehrgeizigsten, von der Europäischen Union mitfinanzierten und insgesamt mit 1,2 Milliarden Euro (1,47 Milliarden Franken) budgetierten neurowissenschaftlichen Projekts trafen sich für den Startschuss in der Schweiz. Eine ganze Woche lang werden Neurowissenschaftler, Ärzte, Informatiker und Robotikspezialisten auf dem Campus der ETH Lausanne die letzten Feinabstimmungen vornehmen, wie die EPFL mitteilte.

Das von der EPFL koordinierte Projekt war vor sechs Monaten von der EU im Rahmen ihres FET-Flagship-Programms ausgewählt worden. In der ersten Phase soll das Human Brain Project Forschungsplattformen mit aufeinander abgestimmten technischen Hilfsmitteln einrichten.

Die insgesamt sechs Plattformen betreffen die Bereiche Neuroinformatik, Gehirnsimulation, Hochleistungsrechnen, Medizininformatik, neuromorphe Datenverarbeitung und Neurorobotik.

Bessere Diagnosen für neurologische Erkrankungen

Die am Projekt beteiligten Ärzte sollen beispielsweise die bestmöglichen Methoden für die Diagnose neurologischer Erkrankungen erarbeiten. Es gilt, solche Pathologien möglichst früh zu erkennen, damit die Patienten eine massgeschneiderte Behandlung erhalten und so oft irreversible Schäden vermieden werden.

Virtuelle Roboter sollen Lernfähigkeiten entwickeln

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Projekts ist die Entwicklung so genannter neuroinspirierter Technologien. Mikrochips sollen die Funktionsweise von Neuronetzen nachahmen, deren ausserordentliche Lern- und Widerstandsfähigkeit für bestimmte Anwendungen genutzt werden können. Die Plattform für Neurorobotik hat dann die Aufgabe, die Simulation von neuronalen Netzen in vorerst virtuelle Roboter zu integrieren, die so über neue Fähigkeiten beispielsweise in Bezug auf Lernen oder Widerstandsfähigkeit verfügen sollen.

Nächste Etappe 2016

Die Wissenschaftler haben zweieinhalb Jahre Zeit, um alle Plattformen aufzubauen und zu testen. Ab 2016 stehen diese dann nicht nur den Forschungspartnern des Human Brain Project zur Verfügung, sondern auch anderen Wissenschaftsteams aus aller Welt.

"Der Erfolg des Human Brain Project hängt zu einem grossen Teil vom Austausch zwischen den sechs Plattformen ab", unterstreicht die EPFL.

SDA-ATS