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In die abgelegenen Hügel des Emmentals zogen sich viele der mehrere Jahrhunderte lang verfolgten Täufer zurück (Archivbild).

KEYSTONE/MARTIN RUETSCHI

(sda-ats)

Die Geschichte der Täuferbewegung im Kanton Bern ist bis ins 19. Jahrhundert geprägt von Verfolgung und Auswanderung. Ein Stationenweg in Bern erinnert seit Freitag an das Geschehene und macht auch die Versöhnung sichtbar.

Der Weg ist nach dem erfolgreichen Konzept der "Foxtrails" gestaltet, wie aus einer gemeinsamen Mitteilung der Evangelischen Mennoniten-Gemeinde Bern und dem Berner Münster hervorgeht. Er startet beim Berner Münster.

Die Täufer hatten sich in der Reformationszeit von der reformierten Kirche getrennt. Sie weigerten sich, die offiziellen Gottesdienste zu besuchen, Eide zu schwören und Kriegsdienst zu leisten. Zudem befürworteten sie die Erwachsenentaufe.

Damit brachten die Täufer nicht nur die kirchliche Obrigkeit gegen sich auf, sondern auch die weltliche. Im Kanton Bern, wo die Täuferbewegung stark verwurzelt war, wurden die Anhänger systematisch verfolgt.

Die Taufgesinnten wichen in abgelegene Gebiete zurück im Emmental Oberaargau oder im Berner Oberland. Sogar bezahlte "Täuferjäger" setzte man auf die Taufgesinnten an. Selbst vor Hinrichtungen schreckte man nicht zurück. Mindestens 40 davon sind bezeugt, darunter auch jene des Täuferlehrers Hans Haslibacher im Jahr 1571.

Vielen Täufern blieb einzig die Flucht oder das Auswandern, etwa nach Deutschland, Tschechien, Holland oder Nordamerika. Gerade in den USA gibt es auch heute noch zahlreiche Gemeinden und Familien, die sich auf ihre Wurzeln im Kanton Bern berufen.

Erst mit der Aufklärung begannen die Repressionen gegen die Täufer nachzulassen. Mit der Gründung des Bundesstaates im Jahr 1848 wurde die Religionsfreiheit anerkannt.

Anfang 2008 gaben die reformierte Landeskriche Bern-Jura-Solothurn und die Täufergemeinden im Kirchengebiet erstmals eine gemeinsame Erklärung ab. In dieser hielten sie fest, dass man "ergänzend Zeugen der biblisch-christlichen Botschaft" sein wolle. Erst im vergangenen November kam auch von der weltlichen Obrigkeit die Bitte um Verzeihung.

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SDA-ATS