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Stefan Küng muss sich beim Zeitfahren an den Europameisterschaften in Glasgow mit dem enttäuschenden 7. Platz begnügen. Der Thurgauer verliert am Ende 44 Sekunden auf den Belgier Victor Campenaerts.

Campenaerts teilte sich die 45,7 km in und um Glasgow hervorragend ein. Nach einem Viertel der Strecke lag er mit knapp 20 Sekunden Rückstand nur an zehnter Stelle - und damit noch hinter Küng, der zu diesem Zeitpunkt als Siebenter noch eine Sekunde schneller als der Belgier unterwegs war. Während der Schweizer Zeitfahr-Meister in der Folge nicht wie gewünscht Kraft auf die Pedalen brachte, steigerte sich Campenaerts bis zur Titelverteidigung - mit dem minimalen Vorsprung von 0,63 Sekunden auf den Spanier Jonathan Castroviejo, den Zeitfahr-Europameister von 2016. Dritter wurde der Deutsche Maximilian Schachmann (27 Sekunden zurück).

"Es ist nicht das Resultat, welches ich zum Ziel hatte. Ich wollte klar eine Medaille, aber ich war heute nicht auf dem Niveau der Besten", suchte Küng keine Ausrede. Für den 24-Jährigen aus Wilen bei Wil, dem 17 Sekunden zur Bronzemedaille fehlten, war es die zweite Enttäuschung hintereinander in seiner Spezialdisziplin. Schon am vorletzten Tag der Tour de France hatte im 31 km langen Zeitfahren nach Espelette anstatt einer Toprangierung nur der 12. Platz herausgeschaut.

Er müsse das Rennen noch eingehend analysieren, so Küng wenige Minuten nach seiner Zieldurchfahrt, aber vielleicht habe er sich tatsächlich noch nicht ganz erholt von der Tour. Dafür spreche auch, "dass ich immer einen Gang kleiner als beabsichtigt fahren musste. Das Rennen ist eine gute Referenz. Ich war zum Glück nicht zwei Minuten weg von den Besten."

Für Küng sind damit die Europameisterschaften in Schottland bereits wieder zu Ende. Auf einen Einsatz im Strassenrennen verzichtet der Thurgauer BMC-Profi, der ab nächstem Montag die Benelux-Rundfahrt bestreitet, in welcher am zweiten Tag in Venray auch ein Zeitfahren über 13 km stattfindet.

Hanselmann in den Top 15

Das Zeitfahren der Frauen wurde eine Beute der Niederländerinnen. Ellen van Dijk benötigte für den 32,7 km langen und vorwiegend flachen Stadtkurs 41:39 Minuten, womit sie bei ihrem dritten EM-Titel in Serie um zwei Sekunden vor ihrer Landsfrau Anna van der Breggen blieb. Bronze ging bei strömendem Regen an die Deutsche Trixi Worrack (1:09 zurück).

Nicole Hanselmann, die einzige Schweizerin am Start, beendete das Rennen im 15. Rang und damit innerhalb der angestrebten Top 20. Auf die Siegerin büsste die Aargauerin 3:29 Minuten ein.

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SDA-ATS