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Eine breit angelegte Untersuchung hat bei Stichproben in 18 europäischen Ländern, darunter in der Schweiz, Spuren des Pestizid-Wirkstoffs Glyphosat im Urin nachgewiesen. Nun soll abgeklärt werden, wie etwa in der Schweiz der schädliche Stoff in den menschlichen Körper gelangt

Es sei nicht bekannt, ob der bei der Pflanzenvernichtung am weitesten verbreitete Wirkstoff in der Schweiz über das Essen oder das Trinkwasser in den menschlichen Körper gelange. Dies werde nun bei den zuständigen Behörden und auch den Grossverteilern abgeklärt, sagte Marcel Liner von Pro Natura am Donnerstag auf Anfrage.

Die europäische Untersuchung im Auftrag von Pro Natura und ihrem internationalen Netzwerk Friends of the earth wies in 44 Prozent aller getesteten Urin-Proben Rückstände von Glyphosat nach. Bei den Schweizer Stichproben waren es zwei auf zwölf Proben, die Spuren des Stoffes aufwiesen, wie die Naturschutzorganisationen mitteilten.

Am meisten Rückstände wurden in Malta gefunden. Dort waren 90 Prozent der Proben positiv. In Deutschland, Grossbritannien und Polen hatten 70 Prozent der Stichproben Rückstände des Pflanzenschutzmittels. Auch in den Niederlanden, Tschechien, Belgien, Lettland und Zypern waren über 50 Prozent der Proben positiv.

Folgen für Hormonsystem

Pro Land seien zwischen acht und zwölf Proben genommen worden, erläuterte Liner von Pro Natura. Es sei aus früheren Untersuchungen bekannt, dass sich kleine Dosen von Glyphosat negativ auf das menschliche Hormonsystem auswirkten. Und die Urinproben seien nur auf Glyphosat untersucht worden. Es gebe noch andere Beistoffe, die in Kombination gefährlich sein könnten.

Derzeit gebe es keine Glyphosat-Kontrollen bei Lebensmitteln. Die Zulassung des Mittels werde praktisch ausschliesslich auf Daten der Hersteller abgestützt. Nun müsse in Erfahrung gebracht werden, was die langfristigen Folgen des Gifteinsatzes für Menschen, Tiere, Pflanzen und Grundwasser seien, hiess es bei Pro Natura.

In der Schweiz werden den Angaben zufolge jährlich schätzungsweise 300 Tonnen des Pflanzengifts verkauft. Damit sei Glyphosat mit Abstand das weitest verbreitete Mittel zur Unkrautbekämpfung. Marktführer in der Schweiz ist der Agrochemie-Konzern Syngenta. Dieser wollte zum jetztigen Zeitpunkt nicht Stellung nehmen zur Untersuchung, wie es beim Basler Unternehmen auf Anfrage hiess.

Kein Anlass zu Bedenken

Dafür äusserte sich der Dachverband von Chemie, Pharma und Biotech - scienceindustries. Die in der Studie gefunden Glyphosat-Mengen gäben keinen Anlass zu gesundheitlichen Bedenken, erklärte Sprecher Marcel Sennhauser. Sie seien weit unter der von der EU als unbedenklich angesehenen täglichen Gesamtaufnahme mit der Nahrung.

Auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) kommt zu diesem Schluss. Urin sei ein effizientes Ausscheidungmittel für Glyphosat. Von Tierversuchen sei bekannt, dass über 90% des eingenommenen Glyphosats nach 24 Stunden wieder vom Körper ausgeschieden und nicht im Körper angereichert werde. Es gebe keinen Grund, wegen der nun veröffentlichten Studie die Risiken für den Menschen neu zu beurteilen.

Nur Stadtbewohner getestet

Für die Stichproben wurden in 18 europäischen Ländern 182 Personen ausgewählt, die alle in städtischen Gebieten wohnen und keinen direkten Kontakt mit Pestiziden haben, wie Pro Natura mitteilte. Zudem seien sowohl Vegetarier wie auch Fleischkonsumenten getestet worden. Es handle sich um die erste europaweite Untersuchung zur Glyphosat-Rückständen im menschlichen Organismus.

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SDA-ATS