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Conakry - Bei den ersten freien Wahlen in Guinea seit der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1958 ist die für den 18. Juli angesetzte Stichwahl auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Das teilte die Wahlkommission in der Hauptstadt Conakry mit.
Gründe für die Entscheidung nannte sie nicht. In der Stichwahl sollen der frühere Regierungschef Cellu Dalein Diallo und sein Kontrahent Alpha Condé gegeneinander antreten, die in der ersten Runde des Urnengangs Ende Juni die meisten Stimmen erhalten hatten.
Die Wahlkommission bemühte sich nach eigenen Angaben darum, dass das Oberste Gericht des Landes einen neuen Termin für die Stichwahl festlegt. Die Richter prüfen derzeit die Beschwerden der politischen Parteien, ehe sie in der kommenden Woche das Endergebnis bestätigen sollen.
Auf Diallo waren im ersten Durchgang laut Wahlkommission 39,7 Prozent der Stimmen entfallen, Condé erhielt 20,7 Prozent. Der drittplatzierte Ex-Regierungschef Sidya Touré zweifelt das Ergebnis allerdings an und spricht von Wahlbetrug. Wegen der vorgeschriebenen Fristen für den Wahlkampf kann die Stichwahl frühestens im August stattfinden.
Nach der Unabhängigkeit 1958 war Guinea, das zu den ärmsten Staaten der Welt gehört, 26 Jahre von dem autoritären Präsidenten Ahmed Sékou Touré regiert worden. Nach seinem Tod 1984 putschte sich Lansana Conté an die Macht und herrschte 24 Jahre lang mit eiserner Hand.
Während seiner Herrschaft war Diallo mehrfach Regierungschef. Nach Contés Tod Ende 2008 fand ein Putsch unter der Führung von Junta-General Sékouba Konaté statt.
Internationales Entsetzen löste im September 2009 die blutige Niederschlagung einer Oppositionskundgebung in Conakry aus. Mindestens 156 Oppositionelle wurden in einem Stadion getötet. Nach dem Blutbad einigten sich die politischen Rivalen des Landes auf eine Übergangsregierung, die die Wahlen vorbereitete.

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SDA-ATS