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Laut dem US-Wetterdienst müssen sich die Bewohner an der Ostküste der USA auch für das Wochenende auf eisige Winde und Kälte gefasst machen.

KEYSTONE/EPA/ALBA VIGARAY

(sda-ats)

Ein heftiger Wintersturm überzieht Teile der US-Ostküste seit Tagen mit Schnee und Minustemperaturen. Einige Gebiete kämpfen mit Stromausfällen und Überflutungen. Es kamen auch weitere Personen in der Kältewelle ums Leben.

Die Menschen an der US-Ostküste kämpfen weiter mit heftigem Schnee und bitterer Kälte. Zehntausende Haushalte in mehreren Bundesstaaten mussten zeitweise ohne Strom auskommen, berichtete der US-Sender ABC am Donnerstag (Ortszeit).

Mehr als 4000 Flüge wurden laut ABC gestrichen, weil einige der wichtigsten Flughäfen im Nordosten des Landes bis Donnerstagabend den Betrieb einstellten. In mehreren Bundesstaaten wurde der Notstand ausgerufen. Der US-Wetterdienst warnt weiter vor starkem Wind, anhaltendem Schneefall und Küstenüberschwemmungen, während der Wintersturm die Küste entlang nordwärts zieht.

Mindestens 20 Tote

In Massachusetts waren am Donnerstag 24'000 Haushalte ohne Strom, wie der Gouverneur des Bundesstaates, Charlie Baker, sagte. Auch in Virginia und Connecticut gab es Medienberichten zufolge zeitweise keine Elektrizität. Starke Winde könnten Bäume entwurzeln und zu weiteren Stromausfällen führen, warnte der Wetterdienst. In vielen Orten fiel der Unterricht an Schulen aus.

In Küstengebieten kam es stellenweise zu Überflutungen. Aufnahmen aus der Stadt Revere in Massachusetts zeigten überflutete Autos auf einer zugefrorenen Strasse. Der Wetterdienst warnte vor möglichen weiteren Überschwemmungen in anderen Gebieten im Nordosten des Landes.

Nach einem Bericht des Senders NBC sollen infolge des kalten Wetters seit dem 26. Dezember mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen sein. In North Carolina gab es drei Tote, wie Gouverneur Roy Cooper mitteilte. Im Bezirk Moore County starben demnach zwei Männer, nachdem ihr Truck von der Strasse abgekommen war. Einen weiteren Toten gab es in Surf City.

Schneefälle sogar in Florida

In New York blieb das oft befürchtete ganz grosse Chaos am Donnerstag aus. Stadtpräsident Bill de Blasio riet Anwohnern, so weit möglich, zu Hause zu bleiben. Stadtweit waren im Lauf des Tages 1500 Räum- und rund 700 Streufahrzeuge im Einsatz. Der Verkehr schob sich schleppend durch Schnee und Matsch, die U-Bahn fuhr aber weitgehend nach Plan.

Die New Yorker Flughäfen John F. Kennedy und LaGuardia sollen nach Betreiber-Angaben ab Freitagmorgen (Ortszeit) ihren Betrieb wieder aufnehmen. Für Freitag wurden der Website "FlightAware.com" zufolge dennoch insgesamt mehr als 1000 Flüge gestrichen.

Das als "Sonnenschein-Staat" bekannte Florida vermeldete zum ersten Mal seit 29 Jahren signifikanten Schneefall. Bilder zeigten Leguane, die wegen der ungewohnt niedrigen, einstelligen Temperaturen erstarrt und von Bäumen gefallen sein sollen.

"Wenn die Temperatur sinkt, schalten sie buchstäblich ab, und sie können sich nicht mehr an den Bäumen festhalten", erklärte Ron Magill, Sprecher des Zoos in Miami, der "New York Times". Auch Meeresschildkröten sollen bei kalten Temperaturen regelrecht erstarren.

Nächste Woche wärmer

US-Medien bezeichnen den Wintersturm seit Tagen als "Bombenzyklon". Das Phänomen einer "bombogenesis" beschreibt die rapide Verstärkung eines Tiefs. Laut der US-Wetterbehörde NOAA liegt das am Aufeinanderprallen sehr kalter mit warmen Luftmassen. Für die folgende Entladung wählen manche Meteorologen das Bild einer Bombe.

Auch nach dem Sturm ist für die Ostküste noch keine Entspannung in Sicht. Am Wochenende soll eisige, arktische Kälte folgen. Erst Anfang der kommenden Woche soll es wieder wärmer werden.

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SDA-ATS