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Trotz erfolgreichen Förderprogrammen des Bundes fehlen in der Schweiz nach wie vor viele externe Betreuungsplätze für Kinder. (Themenbild)

KEYSTONE/AP/Matthias Rietschel

(sda-ats)

Bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gibt es nach wie vor grosse Hindernisse. Vorab in der Deutschschweiz fehlt es nach einer Studie des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) an externen Betreuungsplätzen für Kinder.

Seit 2003 fördert der Bund Kindertagesstätten und Einrichtungen für die schulergänzende Betreuung. Das Impulsprogramm ist bis Ende Januar 2019 befristet. Die Autoren des am Donnerstag vom BSV publizierten Berichts raten, die Anstossfinanzierung weiterzuführen. Im Juni hat das Parlament neue, auf fünf Jahre befristete Förderinstrumente verabschiedet.

Aktuell zählt die Schweiz etwa 62’500 Betreuungsplätze für Kinder im Vorschulalter in Kindertagesstätten und rund 81’000 Plätze für die schulergänzende Betreuung am Mittag. Dazu kommen zwischen 16’900 und 19’700 Tagesfamilien, welche Kinder aller Altersstufen in Obhut nehmen. Die effektive Zahl dürfte höher liegen, da nicht alle Tagesfamilien gemeldet sind.

Zu wenig Plätze

Nicht einmal jedem dritten Kind im Vorschulalter steht somit ein Vollzeitbetreuungsplatz zur Verfügung. Mit Werten zwischen 26 und 29 Prozent weisen die Kantone Waadt, Neuenburg und Genf die höchsten Versorgungsgrade auf. In St. Gallen, Nidwalden und Glarus gibt es dagegen nur für 7 bis 8 Prozent der Kinder ein solches Angebot, in Appenzell Innerrhoden und Uri sogar nur für 3 respektive 4 Prozent.

Aus einer Elternbefragung geht hervor, dass 19,9 Prozent der Kinder im Vorschulalter und 18 Prozent der Kinder im Schulalter trotz Bedarf der Mütter und Väter nicht im gewünschten Umfang betreut werden können.

Weiter zeigte sich, dass für Kinder im Vorschulalter die Betreuung in Kindertagesstätten die am weitesten verbreitete kostenpflichtige familienergänzende Betreuungsform ist. Im Schnitt werden 28 Prozent der Kinder im Vorschulalter in einer Kindertagesstätte betreut.

Gut ein Drittel der Kinder im Vorschulalter werden gemäss der Elternbefragung ausschliesslich von Verwandten oder Nachbarn gehütet, ein Fünftel ausschliesslich in formellen Strukturen wie Kindertagesstätten und Tagesfamilien. Knapp 16 Prozent nutzen beide Möglichkeiten.

Zu teuer

Wichtigster Grund für die Nichtinanspruchnahme einer familienergänzenden Kinderbetreuung sind die Kosten. Laut einer Erhebung des Bundesamts für Statistik verzichten 19 Prozent der Eltern mit Kindern im Vorschulalter auf ein Betreuungsangebot, weil sie dieses als zu teuer beurteilen. Für Eltern mit Kindern im Schulalter liegt der entsprechende Anteil bei 11 Prozent.

Zu diesen Familien gehören nicht nur solche mit tiefem Einkommen, wie das BSV weiter schreibt. Daher sei es wichtig, dass die Kantone und Gemeinden, die einen hohen ungedeckten Bedarf aufweisen, die vom Bund zur Verfügung gestellten neuen Finanzhilfen nutzten und die Elterntarife senkten.

Die Informationen zum Angebot an Betreuungsplätzen wurden in allen Kantonen und in 43 Gemeinden gesammelt, darunter in den 20 grössten Städten. Zudem wurden die Antworten von 1181 Haushalten mit 1897 Kindern ausgewertet.

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SDA-ATS