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Mit heftigem Wind und Regen haben die Ausläufer des Tropensturms "Hagupit" die philippinische Hauptstadt Manila erreicht. In der Metropole drohen Überschwemmungen. Börse, Schulen und viele Ämter blieben geschlossen.

Das schlimmste Wetter wurde für die kommende Nacht erwartet, wie der Wetterdienst mitteilte. "Hagupit" hat nach seinem zerstörerischen Zug quer über den Inselstaat am Wochenende an Kraft verloren und wurde mit Windgeschwindigkeiten von 120 Kilometern in der Stunde von einem Taifun zu einem tropischen Sturm herabgestuft.

"Hagupit" fielen bislang 28 Menschen zum Opfer. Allein 16 Menschen ertranken auf der Insel Samar, wie das Rote Kreuz mitteilte. Dort war der Taifun in der Nacht zum Sonntag an Land getroffen. Ein Ehepaar und ein Kind wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen, ein Junge starb durch einen elektrischen Schlag, als er eine abgerissene Leitung berührte.

Der philippinische Präsident Benigno Aquino sagte einen zweitägigen Besuch in Südkorea ab. Dort findet ein Treffen der Staats- und Regierungschefs der ASEAN-Staatengemeinschaft statt. Aquino wolle die Hilfsmassnahmen für die Betroffenen beaufsichtigen, sagte eine Sprecherin.

Schulen, Börse und Ämter geschlossen

"Wir müssen in Alarmbereitschaft bleiben", sagte Meteorologe Alvin Pura mit Blick auf Manila. "Uns trifft zwar nicht das Auge des Sturms, aber es wird heftig regnen, und das kann zu Überschwemmungen führen."

Die Behörden erinnerten Einwohner daran, ihre Mobiltelefone aufzuladen und Taschenlampen zu besorgen. Börse, Schulen und viele Ämter blieben in Manila geschlossen. Mehr als 100 Flüge wurden gestrichen.

Die küstennahen Slums wurden geräumt. Dort leben zehntausende Menschen in leicht gebauten Bretterverschlägen, die bei Überschwemmungen zur Todesfalle werden können. Die Stadt richtete in Schulen und Turnhallen Notlager ein.

Arbeiter hatten in der Stadt schon Reklametafeln und Weihnachtsdekoration abgebaut. Dächer wurden gesichert, Geschäftsleute stapelten Sandsäcke vor ihren Türen.

Erinnerungen an "Haiyan"

"Hagupit" hatte in den Zentralphilippinen am Wochenende schwer gewütet. Ein Jahr nach dem Taifun "Haiyan" wurden tausende Menschen zum zweiten Mal obdachlos, unter anderem in der schon damals schwer getroffenen Stadt Tacloban. 2013 waren viele Menschen in ihren Häusern von Flutwellen überrascht worden. Mehr als 7000 starben.

"Unsere Vorkehrungen mit den Evakuierungen haben sich ausgezahlt", sagte Innenminister Mar Roxas. Die Regierung entsandte Soldaten und Hilfskräfte in entlegene Gebiete des Archipels mit seinen rund 7100 Inseln. Millionen Menschen wurden in Sicherheit gebracht.

Die Behörden hatten zudem vor dem Sturm in der Region Lager mit Hilfsmitteln angelegt und versprachen eine zügige Auslieferung. Nach "Haiyan" waren die Zustände chaotisch: tagelang mussten die Menschen auf Trinkwasser, Lebensmittel und medizinische Versorgung warten.

Die UNO und viele Wissenschaftler sehen den Klimawandel als Grund für die sich verschlimmernden Stürme in der Region.

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SDA-ATS