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Der wegen Kriegsverbrechen international gesuchte sudanesische Präsident Omar al-Baschir ist in China als Führer eines "befreundeten Landes" begrüsst worden. Am Mittwoch wird er mit Präsident Hu Jintao und anderen Politikern über bilaterale Fragen sprechen.

Das teilte das chinesische Aussenministerium am Dienstag mit. "Wir hoffen, dass dieser Besuch der traditionellen Freundschaft zwischen China und dem Sudan förderlich sein wird", sagte Ministeriumssprecher Hong Lei. Unter anderem sollen der Friedensprozess in der sudanesischen Krisenregion Darfur und das Verhältnis zum bald unabhängigen Südsudan erörtert werden.

Aus Angst vor einer Festnahme war der sudanesische Präsident erst mit 24-stündiger Verspätung in China eingetroffen. Nach Informationen der "Sudan Tribune" hatte er befürchtet, dass ihn die Flugroute über Länder führen könnte, die den Internationalen Strafgerichtshof anerkennen und ihn womöglich zur Landung zwingen könnten.

Klage in Den Haag

Zunächst war Al-Baschir von Teheran, wo er am Wochenende an einer Konferenz mit dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad teilgenommen hatte, in Richtung Peking abgeflogen. Den Flug hatte er dann überraschend abgebrochen und war nach Teheran umgekehrt.

Das sudanesische Aussenministerium teilte mit, Al-Baschir hätte das Territorium Turkmenistans überfliegen müssen. Nach unbestätigten Berichten ging der zweite Anlauf durch den Luftraum Pakistans.

Al-Baschir soll sich vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag verantworten, mit dem China nicht kooperiert. Der Gerichtshof hat gegen Al-Baschir Haftbefehl wegen des Verdachts auf Kriegsverbrechen in Darfur erlassen. Erst am Montag hatte der Gerichtshof auch gegen den libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi Haftbefehl wegen mutmasslicher Kriegsverbrechen erlassen.

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SDA-ATS